Die Kündigung

Das Auflösen eines Arbeitsverhältnisses
Sei es, dass Sie neue Herausforderungen und Chancen bei einem anderen Unternehmen suchen oder ungewollt eine Kündigung von Ihrem Arbeitgeber erhalten: Irgendwann hat fast jeder einmal mit einer Kündigung zu tun. Bei uns erhalten Sie Tipps rund um den Umgang mit dem Thema und Informationen dazu, wie das Arbeitsrecht Sie unterstützt, wenn Sie Ihren Job kündigen oder gekündigt wurden.

Inhaltsverzeichnis

 

Kündigung durch Sie als Arbeitnehmer

Sie denken darüber nach, Ihren Job zu kündigen? Was für Gründe Sie auch haben mögen, handeln Sie nicht übereilt und beachten Sie, dass Sie auch nach Ihrer Kündigung in der Regel noch einige Wochen mit Ihren Kollegen und Ihrem Vorgesetzten zusammenarbeiten werden. Verhalten Sie sich dementsprechend.

Sie sind an dem Punkt, an dem Sie einen Jobwechsel nicht nur in Betracht ziehen, sondern bereits die Zusage einer neuen Stelle haben? Dann ist es an der Zeit, dass Sie Ihren aktuellen Arbeitgeber über Ihren Wechsel informieren und die Kündigung einreichen – und zwar nicht per Mail oder telefonisch, sondern schriftlich auf Papier! Hierbei müssen Sie darauf achten, dass Sie die Kündigungsfrist einhalten. Die Länge Ihrer Kündigungsfrist entnehmen Sie Ihrem Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder den gesetzlichen Kündigungsfristen. Zudem ist es wichtig, dass Ihre Kündigung keine Formfehler enthält, da sie sonst anfechtbar oder sogar unwirksam sein kann. Gründe, weshalb Sie als Arbeitnehmer kündigen, müssen Sie nicht angeben.

Aufbau einer Kündigung

  • Wie bei einem üblichen Geschäftsbrief enthält die Kündigung die Namen und Anschriften beider Vertragspartner, also in diesem Fall die des Arbeitnehmers und des Unternehmens.
  • In der Betreffzeile sollte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses klar genannt werden.
  • Nach einer höflichen Ansprache erklären Sie Ihre „fristgerechte“ Kündigung zum Zeitpunkt X. Hierbei muss die entsprechende Kündigungsfrist berücksichtigt und ein konkretes Datum angegeben werden.
  • Sinnvoll ist, in einem einfachen Satz um eine schriftliche Kündigungsbestätigung zu bitten.
  • Auch die Bitte nach einem qualifizierten Arbeitszeugnis lässt sich gut in das Kündigungsschreiben einbinden.
  • Vor der abschließenden Grußfloskel ist ein kurzer Dank für die Zusammenarbeit möglich, aber selbstverständlich nicht Pflicht.
  • Wirkung erhält die Kündigung erst durch Ihre handschriftliche Unterschrift, die Sie also nicht vergessen sollten.

 

Kündigung durch den Arbeitgeber

Wurden Sie durch Arbeitgeberseite gekündigt, ist dies zunächst einmal ärgerlich. Allerdings gelten auch für den Arbeitgeber bestimmte Kündigungsfristen, sodass Sie je nach Länge der Betriebszugehörigkeit mindestens einen Monat haben, bevor Sie aus dem Unternehmen ausscheiden. Eine fristlose Kündigung kann nur unter Angabe von triftigen Gründen erfolgen. Diese liegen in der Regel vor, wenn der Arbeitnehmer gegen seine im Arbeitsvertrag festgehaltenen Pflichten verstoßen hat und der Arbeitgeber daher die weitere Zusammenarbeit nicht für tragbar hält.

Wie oben bereits genannt, darf das Kündigungsschreiben durch den Arbeitgeber ebenfalls keine Formfehler aufweisen, da Sie es ansonsten anfechten können. Als zugestellt gilt das Schreiben, sobald es sich in Ihrem Briefkasten befindet. Unerheblich ist dabei, ob Sie sich währenddessen in der Lage befinden, den Briefkasten auch zu leeren. Sind Sie also zufällig während des Eintreffens der Kündigung im Urlaub, ist die enthaltene Kündigungsfrist dennoch gewahrt.

 

Wie verhält es sich mit der Kündigung in der Probezeit?

In der Probezeit sieht das Arbeitsrecht bezüglich der Kündigungsfrist eine Abweichung vor. Die Probezeit, die in Deutschland maximal sechs Monate beträgt, dient dazu, dass sich Mitarbeiter und Unternehmen kennenlernen und herausfinden, ob eine längerfristige Zusammenarbeit möglich ist. Für beide Seiten gilt in dieser Zeit die verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen. Wurde im Arbeitsvertrag eine längere Frist festgelegt, gilt diese ebenfalls für beide Seiten. Nachteilig für den Arbeitnehmer ist während der Probezeit, dass dieser nicht über den Kündigungsschutz verfügt. Der Arbeitgeber kann also ohne eine genaue Angabe von Gründen die Kündigung aussprechen. Schwangere Frauen genießen allerdings auch in der Probezeit einen besonderen Kündigungsschutz.
 

Das Thema Kündigung im Bewerbungsprozess

Die Kündigung gehört zum Arbeitsleben heutzutage dazu und ist nicht so dramatisch, wie viele es erst einmal annehmen. Egal, warum Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, im Bewerbungsanschreiben müssen Sie die expliziten Gründe für die Kündigung nicht erwähnen. Auf diese können Sie später im Bewerbungsgespräch viel umfassender eingehen.

Erfolgte Ihre Kündigung aus betriebsbedingten Gründen, können Sie das Thema sogar offensiv ansprechen. Die Trennung hatte hierbei schließlich keine persönlichen Gründe. War man jedoch mit Ihrer Leistung unzufrieden, müssen Sie sich selbstkritisch fragen, was Sie zukünftig ändern sollten.
 

Tipps für das Vorstellungsgespräch

Denken Sie immer daran, dass das Bewerbungsgespräch in erster Linie dem Kennenlernen dient. Sowohl der Arbeitgeber als auch Sie als Kandidat haben die Chance, persönlich zu testen, ob eine zukünftige Zusammenarbeit Sinn macht. Deshalb sollten Sie sich beim Thema Kündigung folgendes beachten:

Seien Sie ehrlich. Bleiben Sie bei der Wahrheit, wenn Sie gefragt werden, wie es zu Ihrer Kündigung gekommen ist. Wenn Sie sich Geschichten ausdenken, wirken Sie weder vertrauenswürdig noch verantwortungsbewusst im Gespräch. Und gerade Personaler haben durch ihre Erfahrung in der Gesprächsführung ein Gespür dafür, ob ein Bewerber die Wahrheit sagt.

Bleiben Sie bei den Fakten. Liefern Sie eine kurze und nüchterne Erklärung, was genau zu Ihrer Kündigung geführt hat. Versuchen Sie nach Möglichkeit nicht emotional zu werden, indem Sie z.B. sagen, dass Ihr letzter Arbeitgeber Sie ungerecht behandelt hat. Auch sollten Sie nicht die Schuld auf andere schieben. Verzichten Sie unbedingt darauf, Kollegen oder den Vorgesetzen in ein schlechtes Licht zu rücken. Das führt nur dazu, dass Ihr Gesprächspartner Sie für nicht kritikfähig hält.

Zeigen Sie, was Sie aus der Situation gelernt haben. Nicht nur die Gründe, wie es zu Ihrer Kündigung gekommen ist, sollten Sie im Gespräch aufzeigen, sondern auch, welche Lehren Sie aus dieser Erfahrung gezogen haben. Erklären Sie daher Ihrem Gesprächspartner, wie Sie professionell daran gewachsen sind und – falls Sie im Rückblick Dinge anders machen würden – wie Sie aus heutiger Sicht mit der Situation umgehen würden. Achten Sie darauf, dass Sie nicht die Kündigung in den Mittelpunkt des Gespräches stellen, sondern die Erfahrungen, die Sie daraus mitnehmen.

Hier finden Sie passende Artikel:

Enter your email and be the first to receive all the jobs that match your search criteria