Auslandserfahrung

Notwendig oder doch überschätzt?
Bereits im Studium oder in der Ausbildung lernen wir, dass man im späteren Berufsleben aus der Menge herausstechen und sich spezielle Qualifikationen aneignen sollte. Oft wird in diesem Kontext die Auslandserfahrung genannt.

Idealerweise haben Berufseinsteiger heute bereits im Studium ein Auslandssemester absolviert oder ein Jahr im Ausland ihrer Wahl gearbeitet. Ist Auslandserfahrung heute wirklich ein Must-have im Lebenslauf – oder wird dieses Thema oftmals einfach überschätzt?

Auslandserfahrung für Berufseinsteiger: Hard und Soft Skills im Ausland verbessern 

Natürlich können Berufseinsteiger bereits durch Engagement oder praktische Erfahrungen, die sie in der Rolle eines Praktikanten oder Werkstudenten im Ausland erworben haben, punkten. Nicht nur die Sprachkenntnisse und Sozialkompetenzen werden dadurch tendenziell verbessert. Allein die Tatsache, dass man sich in einem fremden Land zurechtgefunden hat, signalisiert einem HR-Spezialisten, dass man über einen gewissen Grad an Selbstständigkeit und Organisationstalent verfügt. Doch sollte diese Erfahrung keinesfalls Ihren Abschluss verzögern oder Ihre Aussichten auf ein interessantes Praktikum im Inland gefährden. Nicht für jeden jungen Menschen ist es möglich, einen Auslandsaufenthalt zu realisieren. Und dessen sind sich die Unternehmen auch bewusst. Die Auslandserfahrung macht sich als „Sahnehäubchen“ in Ihrem Lebenslauf sicherlich gut, stellt aber in den meisten Fällen keine Grundvoraussetzung für den Berufseinstieg dar.

Auslandserfahrung für Berufserfahrene: Sich spezielle Qualifikationen aneignen

Auch für Fortgeschrittene kann es wichtig sein, über den Tellerrand zu schauen und Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln. Relevanz und Notwendigkeit eines Auslandsaufenthaltes hängen dabei meistens von dem ausgeübten Beruf ab. Während ein Job außerhalb Deutschlands für Ingenieure oftmals lukrative Arbeitsbedingungen und ein deutlich höheres Gehalt bringt, bietet ein Auslandsaufenthalt für einen Steuerberater oder Psychologen nur begrenzten Mehrwert. Dass für einen Logistiker, Mitarbeiter im Außenhandel oder Manager im International Marketing Auslandserfahrungen wichtig sind, liegt dagegen auf der Hand. Betrachten Sie also immer Ihren eigenen beruflichen Pfad und die damit verbundene Notwendigkeit, spezielle Berufserfahrung zu sammeln.

Vorteile für Unternehmen

Warum ist die Auslandserfahrung für Unternehmen eigentlich so wichtig? Für den Arbeitgeber bringt diese spezielle Erfahrung neben den erworbenen Sprachkenntnissen natürlich einige Vorteile mit sich. Und dies insbesondere, wenn das gewählte Land für das Unternehmen als Marktplatz eine relevante Position einnimmt. Eine Person, die bereits vor Ort gearbeitet hat, kennt sich unter Umständen bereits mit den Marktbesonderheiten aus. Noch entscheidender ist aber das erworbene Verständnis für die jeweilige Kultur und lokale Mentalität, die wichtig für die interkulturelle Zusammenarbeit sein können. Viele Unternehmen entscheiden sich bewusst für das Entsenden eigener Mitarbeiter ins Ausland, damit diese vor Ort Erfahrungen sammeln können.

Kurzum: Die Wichtigkeit der Auslandserfahrung hängt immens von dem jeweiligen Berufsfeld, der angestrebten Branche, dem individuellen Beschäftigungsfeld sowie der eigenen Erwartungshaltung ab. In den meisten Fällen ist eine derartige Erfahrung vorteilhaft, allerdings keinesfalls Grundvoraussetzung. Doch selbst, wenn ein Auslandsaufenthalt Sie auf der Karriereleiter nicht voranbringt: Er stellt immer eine gute Möglichkeit dar, die Arbeitswelt aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und völlig neue persönliche Erfahrungen zu sammeln.

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