Auf dem Prüfstand

So meistern Sie die Probezeit
Sie haben den Job zwar in der Tasche und die erste Hürde mit Bravour genommen, aber das Bewerbungsverfahren geht für Sie noch eine ganze Weile weiter. Denn: Beinahe jedes Arbeitsverhältnis beginnt mit einer Probezeit.

Dauer und rechtliche Grundlage

Die Probezeit ist entweder im Arbeitsvertrag festgelegt oder durch den geltenden Tarifvertrag geregelt. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie allerdings nicht. Wird eine Probezeit vereinbart, so dauert sie üblicherweise zwischen drei bis sechs Monaten. Ein längerer Zeitraum ist gesetzlich allerdings nicht vorgesehen.

In der Praxis überzeugen

Den positiven Eindruck, den Sie im Auswahlverfahren hinterlassen haben, müssen Sie nun in der täglichen Praxis erfolgreich bestätigen. Sie treffen auf konkrete Arbeitssituationen, in denen Sie Ihr tatsächliches Können und Ihren Arbeits- und Kommunikationsstil unter Beweis stellen müssen. In einem breiteren Umfeld werden Sie kritisch von allen Mitarbeitern geprüft. Vor allem geht es dabei um Ihre Selbstpräsentation. Wie ist der neue Kollege? Nett und umgänglich? Hält er, was er verspricht? Passt er ins Team?

Verhaltensregeln für die neue Arbeitsstelle

Gerade in den ersten Monaten lauern im neuen Arbeitsumfeld zahlreiche Stolpersteine und Fettnäpfchen auf Sie, die über Ihre berufliche Zukunft entscheiden können. Schätzungen zu Folge werden zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Arbeitsverträge nach der Probezeit wieder aufgelöst. Damit Sie diese zweite Prüfung erfolgreich bestehen, sollten Sie sich mit der neuen Lebenssituation intensiv auseinander setzen und gut vorbereiten. Natürlich stellen nicht nur Sie sich, sondern auch das Unternehmen dem Praxistest. Folgende Verhaltensregeln sind auf jeder neuen Arbeitsstelle angebracht:

  • Freundlich sein

    Mit fast keiner Eigenschaft gewinnen Sie mehr Menschen für sich als mit natürlicher Freundlichkeit. Seien Sie daher zu jedem Mitarbeiter höflich und freundlich.

  • Aktiv zuhören und Interesse zeigen

    Signalisieren Sie Ihren Kollegen und Vorgesetzten gegenüber Aufnahmebereitschaft und Interesse. Überprüfen Sie Ihren Kommunikationsstil und suchen Sie ein konstruktives Feedback.

  • Kritikfähig sein

    Bedenken Sie, dass auch Kritik und Belehrung natürliche Bestandteile des Eingliederungsprozesses sind.

  • Gezielt beobachten

    Verfolgen Sie die Arbeitsabläufe in Ihrem Umfeld. Finden Sie heraus, wie kommuniziert wird und was von Ihnen erwartet wird.

  • Gezielt fragen

    Wenn Sie zu häufig Fragen stellen, wird dies entweder als Zeichen von Inkompetenz und/oder Ausdruck eines mangelnden Selbstbewusstseins gewertet. Der völlige Verzicht auf Nachfragen birgt jedoch noch mehr Risikofaktoren: Sie machen vermeidbare Fehler – und werden als selbstherrlich und überheblich empfunden. Faustregel: Zunächst selbst überlegen, erst dann nachfragen.

  • Auf indirekte Botschaften achten

    Kommunikation findet auf vielen Ebenen statt. Versuchen Sie auch, indirekte Aussagen wahrzunehmen und entsprechend zu reagieren.

  • Zurückhaltung und Bescheidenheit

    Auch wenn Sie ein ausgesprochener Experte auf Ihrem Gebiet sind: Nehmen Sie Ratschläge und Hinweise Ihrer „alteingesessenen“ Kollegen ernst, andernfalls stören Sie das Klima in der Abteilung. Genauso negativ wirkt „Reformeifer“ in der Probezeit. Mit ungewünschten innovativen Ideen und verfrühten Visionen sollten Sie sich gerade am Anfang zurückhalten. Stellen Sie Ihre Vorschläge besser erst nach Aufforderung oder später als fest Angestellter zur Diskussion.

  • Beurteilungsgespräche führen

    Sollte es kein spezielles Einarbeitungsprogramm für Neue in Ihrer Firma geben, bitten Sie um einen Paten, dem Sie Ihre Fragen stellen können. Mit Ihren Vorgesetzten sollten Sie im ersten halben Jahr regelmäßig Beurteilungsgespräche führen.

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