Fettnäpfchen und Fallstricke lauern auch im Geschäftsleben

Ein Business-Knigge kann helfen, den Berufsalltag und schwierige Situationen stilsicher zu meistern

Gute Manieren und souveränes Auftreten sind mindestens ebenso wichtig für die Karriere wie gute Zeugnisse. Das Image eines Unternehmens und seiner Repräsentanten wird wesentlich durch deren Auftreten in der Öffentlichkeit geprägt. Für viele Geschäftsleute Anlaß genug, einen Business-Knigge zu konsultieren. Dort werden für das Geschäftsleben relevante Themen, wie Kommunikation, die richtige Geschäftskleidung, Korrespondenz, Smalltalk, Repräsentieren bei Tisch, der Umgang mit schwierigen Situationen oder auch länderspezifische Unterschiede behandelt. Beim Thema Berufsetikette geht es aber nicht um Takt als Mittel oder um Stil als Zweck. Es geht vielmehr um Anregungen, Empfehlungen und Hilfestellung beim Auftreten in der Öffentlichkeit und beim Umsetzen von Spielregeln.

So ist Smalltalk - die große Kunst der kleinen Unterhaltung - keineswegs nur eitles und seichtes Geplänkel. "Wer eine gute Atmosphäre schaffen will, macht einen guten Smalltalk", sagt Elisabeth Bonneau, Autorin des Buches "Stilvoll zum Erfolg". Mit Humor und Sozialkompetenz kann Smalltalk auch ernsten Themen auf leichte Weise das Schwere nehmen. Smalltalk-Kompetenz läßt sich sogar im Alltag trainieren: In der Kinoschlange, an der Supermarkt-Kasse oder in der U-Bahn. Wichtig ist, daß Sie echtes Interesse statt Neugierde, Wertschätzung statt Kritik zeigen.

Geschäftliche Besprechungen finden häufig in Restaurants statt. Mit den geltenden Regeln bei Tisch sollte man daher schon vertraut sein. Dabei könne man als Gastgeber durchaus auch mal einen legeren Ton vorgeben und etwa einen Rest Sauce mit Brotstücken aufnehmen, meint Bonneau. Schwieriger gestaltet sich da schon der Umgang mir Hummer & Co. Im Zweifel gilt: Einfach bei anderen abgucken, wie es geht - und auch mal beherzt die Hände zur Hilfe nehmen. Bei schwierigen Speisen, zu denen auch Artischocken, Austern und Fisch zählen, ist Gelassenheit und Geschick im Umgang mit Knochen, Panzerstückchen oder Gräten gefragt.

Ohne Schlips geht im Geschäftsleben meist nichts. Eine Krawatte wirkt elegant, gibt dem Anzug Farbe, dem Hemd Halt und dem Träger eine eigene Note. Strümpfe sollten den Schuhen im Farbton ähneln und einfarbig sein. Manschettenknöpfe sind in Farbe, Form und Metall auf Ring und Uhr abzustimmen. Und Frauen sind mit dezentem Make-up, dem Verzicht auf allzu körperbetonte Kleidung und einem klassischen Kostüm in den Business-Farben Grau und Blau auf der sicheren Seite.

Bei Geschäftsreisen in ferne Länder sollte man sich vorab über Sitten und Regeln informieren. So sind in Fernost Schlürfen und Rülpsen beim Essen zwar erlaubt, aber durchaus nicht elegant. In Japan ist es üblich, den Abend in geselliger Runde mit einem Besuch von Karaoke-Bar und Nachtclub ausklingen zu lassen. Putzen Sie sich in China niemals bei Tisch die Nase. Und sollte Ihnen vor einer Speise doch einmal grausen - rät Stilexpertin Bonneau - nehmen Sie ein wenig davon, schlucken sie schnell und unterhalten Sie sich angeregt!

Autorin: Marie-Thérèse Nercessian

Buchtipp: Stilvoll zum Erfolg, Elisabeth Bonneau, Verlag Hoffmann und Campe, 19,95 Euro.

 

 

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