Mit Mentor schneller auf die Karriereleiter

In jeder Phase des beruflichen Lebens kann es sinnvoll sein, jemanden zu haben, der einem mit Rat und Zuspruch zur Seite steht und von dessen Erfahrung und Kontakten man persönlich profitieren kann. Aus diesem Grund gibt es immer mehr sog. Mentoren, die die Karriere ihrer Schützlinge fördern, psychologische Unterstützung bieten und als engagierter Berater fungieren. Leider bemühen Frauen sich wesentlich weniger um solche Kontakte als Männer. Dabei kann ein Mentor in vielen Situationen hilfreich sein: Berufseinsteigern bietet er Hilfe und ggf. Kontake im ersten Job, Professionals unterstützt er beim nächsten Karrieresprung oder bei einer beruflichen Neu- oder Umorientierung. Und auch für den Wiedereinstieg nach beruflichen Auszeiten wie Elternzeit oder Arbeitslosigkeit bietet ein Mentor wertvolle Unterstützung.

Dinge aus anderem Blickwinkel sehen

Doch wie läuft ein Montoring ab? Eigentlich gibt es dafür keine Vorschriften. Das wichtigste ist, dass man über seinen Schatten springt und die Vertrauensperson, von deren Erfahrung und Kontakten man schöpfen möchte, aktiv anspricht. Viele fühlen sich geschmeichelt und übernehmen die Mentoren-Rolle gerne.

Das wichtigste an der Patenschaft ist der regelmässige Kontakt zwischen Mentor und Mentee, um sich auszutauschen und konkrete Ratschläge bei Problemen zu erhalten oder den eingeschlagenen beruflichen Kurs zu besprechen. Dabei kann der Mentor aus der gleichen Firma kommen oder auch in einem anderen Unternehmen beschäftigt sein. Für Studenten fungieren oft Professoren als Mentoren.

Mentoringprogramme für Ein- und AufsteigerInnen

Um verstärkt Frauen in Führungspositionen zu bringen, haben viele Firmen in den letzten Jahren interne Mentoring-Programme eingerichtet. Meist für die Dauer von neun bis zwölf Monaten durchlaufen die Teilnehmerinnen an der Seite Ihrer Mentor/in verschiedene Bereiche des Unternehmens. In regelmäßigen Gesprächen wird ein individueller Karriereplan entwickelt, werden Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.

Ziel der Programme ist es, Frauen den Zugang zu firmeninternen Netzwerken zu ermöglichen und die etablierten Strukturen des Unternehmens transparent zu machen. Mentee und MentorIn stehen in einer gleichberechtigten Beziehung außerhalb der normalen Vorgesetzten-Untergebenen-Hierarchie. Zusätzlich können sogenannte Soft-Skills, wie soziale und kommunikative Kompetenz, Teamfähigkeit und Durchsetzungsstrategien mit Seminaren und Workshops gefördert werden. Im Idealfall ermöglicht eine Einbeziehung männlicher Beschäftigter auch, die firmeninterne Kultur zu verändern. Dazu gehört u. a. die größere Wertschätzung der Arbeit weiblicher Mitarbeiter, denn Arbeit von Frauen wird bei gleicher Qualifikation häufig kritischer beurteilt als die der Männer. Die Angebote sind sehr unterschiedlich und meist auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten. Eine "Fahrstuhlkarriere" ist durch die Teilnahme an einem Mentoring-Programm sicher nicht zu erwarten, auf längere Sicht haben sich die Aufstiegschancen für Frauen aber durchaus verbessert.

Den richtigen Mentor finden

Sucht man sich einen Mentor, so sollte man darauf achten, dass er über Erfahrungen verfügt, die einem selber fehlen. Wenn Mentor und Mentee sich ergänzen, profitieren letzlich beide von ihrer Beziehung. Findet man im eigenen Unternehmen keinen Mentor, oder möchte lieber jemanden außerhalb der Firma für sein Patenschaftskonzept, dann findet man Kontaktbörsen häufig über Berufsverbände, wie den Deutschen Ingenieurinnen Verband www.dibev.de

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betreibt eine Internetplattform für berufstätige Frauen in der es u.a. eine Mentoringbörse gibt: www.frauenmachenkarriere.de

 

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