"Habe ich Sie da richtig verstanden"? - Gesagt ist nicht immer gemeint!
Eigentlich hat sich Lars A. nie Gedanken darüber gemacht, wie er bei anderen wirklich ankommt mit seinen lockeren Sprüchen - gelacht wurde ja immer darüber und er war bei seinen Freunden recht beliebt. In der Probezeit kam es zwar zu einigen kleineren Missverständnissen, aber das schob er auf normale Anfangsschwierigkeiten. Als der sportliche Neueinsteiger aber mitbekam, dass seine Kollegin die Leitung des nächsten Projektes übernehmen sollte, bat er seine Vorgesetzte um eine Begründung. Er müsse noch an seiner Rhetorik arbeiten, war die Quintessenz, er rede zwar viel, aber leider zu oft das Falsche!
Unverständliche, zumindest missverständliche Kommunikation ist bei Leibe kein Einzelfall. "Falsche Kommunikation ist meistens die Ursache für Missverständnisse, beruflich wie privat", erläutert Eva-Maria Schuster, Kommunikationstrainerin im Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader. Gesagt ist nicht immer auch gemeint, es zählt, was und wie es beim Gegenüber ankommt. Sich klar, eindeutig und unmissverständlich auszudrücken, ist gar nicht so einfach. "Gerade Neueinsteiger im Beruf, haben noch nicht die Übung und Sicherheit, Gesprächs- oder Verhandlungsziele im Auge zu behalten und gleichzeitig freundlich und konfliktfrei die neue Rolle zu verkörpern", so Schuster.
In vielen Unternehmen wird pausenlos in Meetings gesessen, telefoniert oder mit den Kollegen gequatscht. Und trotzdem kommt es ständig zu Missverständnissen, die allen das Leben schwer machen und die Arbeit behindern. Deshalb steht auch die Kommunikationsfähigkeit ganz oben auf der Hitliste der von Bewerbern am häufigsten geforderten Soft Skills. Denn wer kommunikationsfähig ist, kann Botschaften klar und deutlich formulieren. Daran haperte es bei Lars offenbar. Seine lockeren Sprüche wurden eher als Besserwisserei und ironische Kritik verstanden - auch wenn er es anderes meinte.
Manchen Menschen ist es in die Wiege gelegt, frei und gekonnt zu reden und zu präsentieren. Eine gute Kommunikationsfähigkeit ist jedoch keine Gabe, die dem einen zufällt und dem anderen auf immer und ewig versagt bleibt. "Wie man sich ausdrückt und wie man sich und sein Anliegen vermittelt, ist erlernbar", so der führende Karriere- und Bewerbungsexperte Jürgen Hesse.
Noch vielmehr bedeutet Kommunikationsfähigkeit jedoch, Botschaften anderer richtig zu interpretieren. Dazu gehört nicht nur die Fähigkeit, gut zuzuhören, sondern auch alle anderen Signale wie Mimik, Gestik und Körperhaltung zu entschlüsseln und entsprechend darauf zu reagieren. Auf solche Feinheiten achtete Lars A. leider kaum, sonst hätte er schon früher feststellen können, dass die Blicke der Kollegen nicht begeisterte Zustimmung, sondern entgeisterte Verwunderung bedeuteten.
"Als kommunikationsfähig erweist sich am Ende derjenige, der mit anderen "gut kann" ", so Jürgen Hesse. Sinn und Zweck der gelungenen Kommunikation ist es, Botschaften, Wünsche, Erwartungen und Gefühle auszutauschen. "Sie kommunizieren dann erfolgreich, wenn Sie sich mit Ihrem Gegenüber verstehen, wenn Sie das Anliegen Ihres Gesprächspartners erkennen und wenn dieser begreift, was Sie ihm mitteilen wollen" erklärt Eva Maria Schuster, das Ziel ihres Kommunikationsseminars.
Kommunikation lernt man am besten natürlich durch kommunizieren. "Und dafür ist ein Seminar der beste Übungsrahmen", weiß Schuster aus Erfahrung.
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Wer also das Gefühl hat, im entscheidenden Moment oft das Falsche zu sagen oder seine Argumente nicht richtig auf den Punkt zu bringen, oder des Öfteren durch Missverständnisse in die Defensive gerät, weil er sein Anliegen nicht mit der nötigen Klarheit und Struktur rüberbringt, dem kann geholfen werden.
In Karriereseminaren, wie sie das Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader anbietet, wird gezielt geübt, Botschaften und Aussagen klar und eindeutig zu formulieren, Argumente auf den Punkt zu bringen und letztlich mit souveränem Einsatz der Körpersprache seine Kommunikationsziele zu erreichen.
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