Tschüss, Uni Hamburg und TU München – hello, Harvard and Yale! Etwa 100.000 deutsche Akademiker haben Good Old Germany im letzten Jahr verlassen. Rund 20.000 Deutsche arbeiten derzeit in amerikanischen Forschungseinrichtungen, davon rund 5.000 an US-Hochschulen. Was die schlauen Köpfe in die USA gelockt hat? Weniger Bürokratie und Hierarchie, mehr Geld und Flexibilität, exzellente Forschungsbedingungen und bessere Aufstiegschancen. Trotzdem wollen viele deutsche Wissenschaftler zurück nach Deutschland – oftmals aus familiären Gründen. Das Problem: Die Hochqualifizierten werden mit verschränkten Armen empfangen – passende Stellenangebote sind Mangelware. Aus diesem Grund haben 100 Wissenschaftler, die derzeit im Ausland arbeiten, einen Brief an Bundespräsident Wulff geschickt – inklusive einer Wunschliste in Sachen deutscher Hochschulforschung.
Wulff solle dafür sorgen, dass deutschen Forschern die Rückkehr erleichtert wird. Was die Akademiker sich genau wünschen? Gesetzliche Barrieren wie etwa bei der Stammzellforschung sollen beseitigt werden, reine Lehrstellen aufgebaut werden, Wirtschaft und Wissenschaft müssten enger zusammenarbeiten und Bürokratie abgebaut werden. Zudem sollten deutsche Forschungszentren und Universitäten die Rückkehrer offener empfangen. Wissenschaftler berichteten nämlich von Fällen, in denen Bewerbungen trotz Top-Qualifikation und -erfahrung deshalb abgelehnt wurden, weil Bedenken bezüglich der kulturellen Anpassungsfähigkeit und der deutschen Netzwerke der Rückkehrer bestünden.
In Zeiten des Fachkräftemangels sollte es dabei im ureigenen Interesse der deutschen Politik liegen, Stellen in Deutschland so attraktiv wie möglich zu gestalten. Denn der Weggang hoch qualifizierter Akademiker ist ein großer Verlust für den deutschen Arbeitsmarkt.
Wie finden Sie diese Initiative deutscher Wissenschaftler? Was müsste Ihrer Meinung nach am deutschen Forschungsbetrieb verbessert werden?
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