Mit Adiletten ins Büro: Darf der Arbeitgeber Geschmacksverirrungen verbieten?

Über 40 Designer stellen aktuell im Rahmen der Berliner Fahion Week Ihre Kollektionen für die kommenden Saisons vor, Glanz und Glamour inklusive. Für Mode-Fans ein riesiges Vergnügen! Neben Models und Designern lässt natürlich auch die Prominenz nicht auf sich warten. Unterm Strich ist die Berliner Fashion Week also was fürs Auge.

In den meisten Büros herrscht gerade zur Sommerzeit alles andere als Fashion Week
Das, was gerade männliche Mitarbeiter ihrem Umfeld zumuten, ist oftmals eine Belastungsprobe fürs Auge der Kollegen: Kurzärmelige, bis zur Brust aufgeknöpfte Hemden, die das im Brusthaar verknotete Goldkettchen freilegen, oder Socken in Birkenstockschlappen sind nur eine Auswahl der möglichen modischen Totalausfälle.
In der Theorie kann der Arbeitgeber solche Geschmacksverirrungen unterbinden. Möglich mach dies das sogenannte Direktionsrecht, das dem Mitarbeiter vorschreiben kann, sich branchenüblich zu kleiden. Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibt jedoch vor, dass die Interessen des Mitarbeiters mit denen des Unternehmens abgewogen werden müssen.

Was heißt das in der Praxis?
In vielen Unternehmen gibt es inoffizielle Kleiderordnungen, die auch bei über 30 Grad im Schatten gelten. Dies betrifft vor allem Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Dem Bankberater in Bermudashorts und Hawaii-Hemd oder den Versicherungsmakler mit Adiletten wird man daher selbst im Hochsommer höchstens nach Feierabend antreffen. Denn: In Bereichen, in denen Auftreten und äußerliches Erscheinungsbild entscheidend sind, wird eine Interessenabwägung regelmäßig zu Gunsten des Arbeitgebers ausfallen.

Der Hochsommer naht und die Kleiderfrage im Büro fordert jeden Morgen aufs Neue heraus. Sagen Sie uns, was im Job geht und was gar nicht geht!

2 Antworten auf Mit Adiletten ins Büro: Darf der Arbeitgeber Geschmacksverirrungen verbieten?

  1. Sarah sagt:

    Hallo StepStone-Team,

    meiner Meinung nach sind Miniröcke und Hotpants ebenfalls fehl am Platz im Büro. Auch wenn die nette Kollegin darin vielleicht sehr gut aussieht, sollte sie so nur in der Freizeit rumlaufen und am Arbeitsplatz habe ich zumindest für mich festgelegt, dass der Rock oder die Hose im Stehen wenigstens an das Knie heran reichen sollte.
    In unserem Büro gibt es außerdem die stille Übereinkunft, dass offene Schuhe tabu sind. Das ist zwar gerade bei 30°C nicht immer toll, aber die Räume sind gut temperiert und in lockeren Ballerinas oder leichten Turnschuhen lässt es sich doch ganz gut aushalten :)

    Übrigens finde ich euren Blog super! Macht weiter so. Der Platz in meinem Feedreader ist euch sicher ;)

    Liebe Grüße,
    Sarah

  2. StepStone sagt:

    Hallo Sarah,

    vielen Dank fürs Lob!
    Und noch mal zum Thema: Eine Klimaanlage ist natürlich was feines! Da lässt es sich auch in geschlossenen Schuhen aushalten. Und solange sich alle potenziellen Adiletten-Träger daran halten, haben alle etwas davon. ;)

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