Zum 100. Geburtstag von Axel Springer: Keinen Beruf haben, sondern eine Berufung

„Die Einheit des Vaterlandes in Freiheit – das ist unser Auftrag.“ Ein Satz, der über Jahrzehnte hinweg beinahe beiläufig die Titelseite der BILD-Zeitung zierte, war mehr als vierzig Jahre lang das Credo eines Mannes, der heute auf den Tag genau 100 Jahre alt geworden wäre: Axel Springer. Für viele Menschen in Deutschland war diese vermeintliche Fußnote ein Satz, aus dem sie Kraft schöpfen konnten – Kraft, die Teilung ihres Landes zu überwinden. Denn diese bedeutete in viel zu vielen Fällen, dass Eltern ihre Kinder nicht besuchen konnten, wann sie es wollten und ihre Enkelkinder nur per Polaroid-Fotos auswachsen sahen. Sie bedeutete für Geschwister, dass sie sich nur zu besonderen Familienanlässen sahen und für Freundschaften, die zwei Weltkriege überdauert hatten, eine scheinbar unüberbrückbare Prüfung. Als leidenschaftlicher Journalist, mutiger Unternehmer und visionärer Freiheitskämpfer hat Axel Springer die deutsche Presselandschaft maßgeblich geprägt und gezeigt, was es heißt, mit der Kraft einer Vision und einer innerlich Berufung folgend, Widerstände zu überbrücken. Es ist die Tragik seiner Biographie, dass er selbst es nicht erlebte, wie die Menschen in Berlin – nur ein paar Meter von seinem Verlagsgebäude entfernt – nur vier Jahre nach seinem Tod die Einheit des Landes in einer berauschenden Nacht feierten. Sein Auftrag war erfüllt. Axel Springer ging nie im eigentlichen Sinne einem Beruf nach – wohl aber einer Berufung. Im zu Ehren freuen wir uns sehr, eine Anzeige auf den Weg zu bringen, die an ihn und seine Lebensleistung erinnern soll. Herzlichen Glückwunsch Axel Springer!

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