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Vorträge und Präsentationen: So glänzen Sie mit Ihrem Auftritt

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Im Job kommt es immer wieder vor, dass man seine Ideen oder Projekte einem größeren Publikum vorstellen muss. Doch nur, wer seine Zuhörer nicht langweilt, gilt als kompetent. Mit ein paar Tricks und guter Vorbereitung wird Ihre Präsentation nicht zum Trauerspiel.

Zur Checkliste für Ihre Präsentation

Jürgen Holland (Name geändert) steht auf der Bühne und schwitzt. Seinen Stapel Karteikärtchen hält er fest im Würgegriff. Als wäre er angeleint, weicht er mal einen Schritt nach rechts, mal einen nach links. Die Zuhörer beginnen zu gähnen und rutschen immer tiefer in die Sessel, aber das bemerkt Holland gar nicht: Unruhig huscht sein Blick über die Zuhörer hinweg, er verhaspelt sich in seinem eigenen Zahlengewirr. "Eine miese Vorstellung", findet der 44-jährige Wirtschaftsforscher später. "Es war, als redete ich zu einem imaginären Zuhörer - der ich eigentlich selber bin."

Ähnlich ging es auch Peter Mayer (Name geändert): Es sollte ein riesiger Auftrag werden. Die Gestaltung und Betreuung eines großen Internetauftritts hätte ihm das Auskommen über Jahre gesichert. Entsprechend gründlich hatte sich der Inhaber einer Internetagentur vorbereitet: Seine Argumente hatte er in einem Skript ausformuliert und vorab unter den Anwesenden verteilt. "Eine Schnapsidee", sagt der 39-Jährige heute, "kein Mensch hat mir mehr zugehört, alle haben sich erst einmal zurück gelehnt und gelesen." Es kam schlimmer. "Am Ende diskutierten die Zuhörer nur meine Punkte auf dem Skript, aber um die globale kreative Idee ging es gar nicht mehr." Mayer reagiert gereizt und unsouverän. Natürlich geht der Auftrag an die Konkurrenz. "Ich wünschte, mir hätte jemand vorher mal gesagt, wie man das richtig macht."

Wie fesselt man seine Zuhörer?

Nervosität, gepaart mit dem Gefühl, nicht wirklich firm in einem Metier zu sein, verdirbt jeden Vortrag. Und zwar nicht nur, wenn es um dröge Dinge wie Zahlen und Daten geht. Jeder muss etwas präsentieren, immer wieder, ein Projekt vorstellen, eine Lösung - oder gar sich selbst. Ob in einem kleinen Kreis vor den Kollegen, vor potenziellen Kunden oder einem voll besetzten Hörsaal. Am Ende geht es immer darum, seine Zuhörer zu fesseln, die Vorstellung interessant zu machen. Aber wie?

"Eine Präsentation ist eine Dienstleistung am Zuhörer", sagt Doris Hoffmann-Lange, Managementtrainerin für Kommunikation und Präsentation vom Büro für Berufsstrategie in Stuttgart. "Wer seine Zeit nicht sinnvoll nutzt, hat schon verloren." "Die Frage ist doch: Wer sitzt mir da überhaupt gegenüber? Welche Sprache wähle ich da?", sagt die Expertin. "Die Zielgruppe gehört fest ins Visier, das klingt fast banal, doch wird das immer wieder vernachlässigt."


Gute Vorbereitung zählt

Zum Einmaleins einer guten Präsentation gehört die gewissenhafte Vorbereitung, auch was die Technik anbelangt. Nichts langweilt den Zuhörer mehr, als wenn der Vortragende vor versammelter Mannschaft an den Kabeln ruckelt. Da bleibt der Videobeamer duster, weil die Stecker nicht passen, da scrollt der Text zu schnell herunter, weil sich das Touchpad am Notebook ganz anders anfühlt als die Maus am eigenen Computer. Für das Nervensystem des Sprechers sind solche Pannen der Supergau, und damit steht bereits das nächste Problem vor der Tür.


Nervosität ist menschlich

Wenn der Präsentierende aus Nervosität schwitzt, ist das für ihn selbst zwar peinlich, der Zuhörer verzeiht das. Wer mal den Faden verliert, kann sogar sympathisch wirken. Wirtschaftsforscher Holland hätte seine Zuhörer nach der schlappen Performance vielleicht noch mit einem engagierten Einstieg in die Abschlussdiskussion aufwecken können. "Am Ende bleibt so etwas beim Zuhörer hängen", sagt Hoffmann-Lange.

Die Präsentationstrainerin nennt ein paar Tricks, die im Ernstfall dabei helfen können, die Aufregung in den Griff zu bekommen: Arme und Beine ausschütteln, damit überschüssige Energie aus dem Körper kommt. Wem die Knie zittern, sollte sich eine imaginäre Wand vorstellen, an die er sich anlehnen kann. Das signalisiert Halt. Atemübungen geben der Stimme mehr Volumen, lassen sie nicht so hoch aus der Kehle klingen. Sich ein paar Minuten Ruhe gönnen.


Keine Multi-Media-Show

Die Expertin warnt vor übertriebenem Medieneinsatz. Das Flip-Chart-System kann helfen, Zusammenhänge zu veranschaulichen und hält den Vortragenden in Bewegung. Das kann die Nervosität des Präsentierenden lindern und die Spannung einer Vorstellung steigern. Allerdings warnt die Managementtrainerin vor Powerpoint-Präsentationen. Etwa 85 Prozent aller Vorstellungen werden mit Computerfolien abgespielt, der Vortragende liest seine Stichworte ab und wiegt seine Zuhörer langsam aber sicher in den Schlaf. Denn das beste Medium lässt er dabei ungenutzt: Seine Persönlichkeit. Die Menschen verstecken sich hinter ihren Folien. Müssen sie nicht, meint die Trainerin. "Meistens wirkt man doch sehr viel angenehmer auf andere, als man selbst denkt."

Eine Bildsprache finden, die die Vorstellungskraft der Zuhörer weckt. Die eigene Wahrnehmung stärken: Wie wirke ich auf das Publikum? Der Stimme durch Modulation Charakter verleihen, den Zuhörer fest im Blick behalten - das sind die Dinge, die einen Vortrag spannend machen, und die kann man lernen.

Checkliste für Ihre Präsentation

  • Bereiten Sie Ihren Vortrag gut vor, gehen Sie ihn im Vorfeld nochmals gedanklich durch.
  • Machen Sie sich Stichpunkte, aber nicht zu viele. Ihre Aufgabe ist es, Schwerpunkte in Ihrer Rede zu setzen, das bedeutet auch den Verzicht auf unwesentliche Details.
  • Setzen Sie nicht zu viel Technik ein. Die Möglichkeit von technischen Pannen macht nervös und Sie sollten sich lieber auf Ihre Inhalte konzentrieren.
  • Überfordern Sie Ihre Zuhörer nicht mit überfrachteten Folien und umfangreichen Skripten. Beschränken Sie sich auf wenige, leicht verständliche Kernaussagen.
  • Beginnen und enden Sie mit der wichtigsten Aussage Ihrer Präsentation. Der letzte Satz bleibt bei den Zuhörern am besten im Gedächtnis.
  • Sprechen Sie laut, deutlich und langsam.
  • Halten Sie sich nicht an Manuskript, Mikrofon, Tischplatte etc. fest, das signalisiert Unsicherheit.
  • Haben Sie keine Angst vor Nervosität: Sie steigert Ihre Konzentration und wirkt sympathisch. Machen Sie Lockerungsübungen, um das Lampenfieber zu überwinden.
  • Versuchen Sie weder starr zu stehen, noch zu zappelig zu sein.
  • Gehen Sie auf Ihre Zuhörer ein indem Sie Augenkontakt halten. Auf Fragen und Einwände können Sie souverän eingehen. Wird beispielsweise im Publikum getuschelt, dann sprechen Sie die Personen gezielt an: "Wollen Sie uns nicht alle an Ihrer Diskussion beteiligen?" Damit stellen Sie die Störenfriede sicher ruhig.


Kirsten Niemann,
Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader

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