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Zufrieden im Job

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Sie lieben Ihren Job? Obwohl 50 bis 60 Arbeitsstunden pro Woche keine Seltenheit sind? Dann lesen Sie bloß keinen Ratgeber zum Thema Work-Life-Balance. Es besteht die Gefahr, dass Sie sich nach der Lektüre krank fühlen.

Von Stress geplagt, ausgebrannt - obwohl Sie das vorher nie so empfunden haben. Zugegeben, das ist jetzt etwas drastisch. Aber wenn Sie sich mit Ihren beruflichen Aufgaben wohl fühlen, wenn Ihr Job sie erfüllt, dann fragen Sie meistens nicht wie lange Arbeit dauert. Dann tun Sie nämlich das, was Sie wollen. Dann passt Ihr Job zu Ihnen, zu Ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen.

"Die Wahrscheinlichkeit, am Burnout-Syndrom zu erkranken, ist deutlich höher, wenn der Job keinen Spaß macht, also wenn die Aufgaben nicht zu den Motiven einer Person passen", sagt Volker Herwig, Vorstand der Hamburger scan-up AG, die die Motive von Berufstätigen untersucht. Herwig unterscheidet dabei bewusste (explizite) und unbewusste (implizite) Motive. "Stimmen diese weitgehend überein, führt das zu seelischem und emotionalem Gleichgewicht. Durchhaltevermögen und Tatkraft sind bei solchen Menschen stärker", erklärt der Persönlichkeits-Experte. Außerdem wirkten solche Personen meistens sehr authentisch. Wer dabei durch entsprechende Testanalysen seine unbewussten Motive kennt, hat es viel leichter, eine Tätigkeit zu finden, die zur eigenen Persönlichkeit passt.

"Karriere, wie ich sie verstehe, bedeutet, Ihrem eigenen Kurs zu folgen und die Dinge zu tun, die Sie glücklich machen", sagt die Karriereberaterin Angelika Gulder. In ihrem Buch "Finde den Job, der dich glücklich macht" rät Gulder dazu, fünf Lieblingstätigkeiten herauszuarbeiten. Als Hilfe bietet sie eine Liste mit Aktivitäten an. Im Brainstorming mit zwei oder drei Personen soll der Leser dann Berufsbilder ermitteln, bei denen die fünf Lieblingstätigkeiten gefragt sind. Aus dieser Auswahl werden schließlich die drei Berufe herausgefiltert, die das eigene Gefühl am meisten ansprechen.

Halten Sie dieses Verfahren für blanke Theorie, weil ihr bestehender Job völlig anders ist als das, was Sie gern tun würden? Dann müssen Sie sich die Frage stellen, ob Sie wirklich den Rest Ihres Arbeitslebens nur erdulden wollen. "Es geht oft gar nicht darum, einen radikalen Schnitt zu machen, zu kündigen und etwas völlig anderes zu machen", meint Volker Herwig. "Aber wer genau weiß, welche Tätigkeit wirklich zu seinen Talenten passt, hat es viel einfacher, etwas in seinem Berufsleben zu verändern."

Dabei bringt ein Jobwechsel an sich wenig. Denn gerade Manager, die sich ausgebrannt fühlen, suchen sich oft wieder ähnliche Tätigkeitsfelder - und erleben erneut ein Fiasko. Woran liegt das? Herwig: "Die bewusste Motivebene ist oft auf Macht und Führungspositionen ausgerichtet, die impliziten Motive aber steuern dagegen. Der berufliche Erfolg wird dann mit viel Energieaufwand erkauft. Das geht zwar eine ganze Zeit lang gut, aber irgendwann wehren sich Körper und Seele dagegen." Die Frage ist also: Haben Sie Möglichkeiten, Ihren Job so zu verändern, dass er Ihnen wieder Freude macht?

Autor: Mark Hüberner-Weinhold
© Hamburger Abendblatt

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