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Welche Branche verlangt welchen Dresscode?

Kleidung im Vorstellungsgespräch

Die Kleiderwahl für das Vorstellungsgespräch beim potenziellen neuen Arbeitgeber bereitet vielen Bewerbern Kopfzerbrechen. Als Faustregel wird oft zum klassischen dunklen Anzug, beziehungsweise zum schlichten Kostüm geraten. Doch gerade Bewerber, die sich in vermeintlich ungezwungenen Berufsfeldern bewerben, tun sich schwer, das passende Outfit auszuwählen. StepStone hat gezielt bei renommierten Unternehmen aus verschiedenen Branchen nachgehakt:

Welche Ansprüche stellen Personalentscheider bei Top-Unternehmen wie Lufthansa, Ernst & Young, Allianz, Bosch und Bertelsmann an Bewerber um Jobs in verschiedenen Unternehmensbereichen?

"Grundsätzlich gilt: Der Bewerber muss sich in seiner Kleidung wohl fühlen. Nur so strahlt er die nötige Authentizität und Selbstsicherheit aus, um den Personalentscheider von sich und seinen Qualitäten zu überzeugen", so Maria Nevado, Recruiting Managerin bei der StepStone Deutschland AG. Dies gilt für alle Branchen und Positionen. Aber: "Bedenken Sie, dass Sie sich im Bewerbungsgespräch Ihrem potenziellen neuen Chef präsentieren. Die Kleiderwahl für das Bewerbungsgespräch richtet sich auch nach dem Outfit für den Berufsalltag. Das heißt im Umkehrschluss: Wer sich im Vorstellungsgespräch mit Anzug und Krawatte unwohl fühlt, ist für Positionen, in denen täglich der feine Zwirn gefragt ist, ungeeignet."

Jobs mit Kundenkontakt: Eher klassisch und dezent
Die Kleiderwahl orientiert sich also in erster Linie an der Position, auf die sich ein Kandidat bewirbt. Für verschiedene Berufsgruppen gelten dabei verschiedene Dresscodes, die von Unternehmen zu Unternehmen, oft unabhängig von der jeweiligen Branche, unterschiedlich streng ausgelegt werden. Renate Weber, Referatsleitung Personal der Allianz Deutschland AG: "Grundsätzlich gilt: Orientieren Sie sich am unternehmensüblichen Dresscode. Für Versicherungen oder Finanzdienstleister empfehle ich ein gepflegtes, konservativ klassisches Outfit."

"Bewirbt sich ein Kandidat um eine Stelle mit Mandantenkontakt, gehört es zum guten Ton, sich klassisch und dezent zu kleiden. Hier werden Dresscodes entsprechend streng ausgelegt", sagt Steffen Laick, Head of Human Resources beim Wirtschaftsunternehmen Ernst & Young. Bosch stellt ähnliche Ansprüche an seine Bewerber. Jochen Joosten, Personalreferent bei der Robert Bosch GmbH: "Tendenziell wird in der Zentrale, in kaufmännischen Abteilungen sowie in Bereichen, die häufigen Kontakt zu Kunden oder Geschäftspartnern erfordern, stärker auf entsprechend formelle Kleidung geachtet."

Hohe Anforderungen an Führungspositionen - im Job und beim Kleidungsstil
Eine strenge Auslegung der ungeschriebenen Kleiderordnung für Vorstellungsgespräche erfolgt erst recht bei Anwärtern auf Führungspositionen. Gerade hier wird der klassische dunkle Anzug mit Krawatte beziehungsweise der dunkle Hosenanzug oder das dezente Kostüm vorausgesetzt: "Je höher die angestrebte Position, desto wichtiger ist uns ein eleganter Kleidungsstil", so Jochen Joosten. Diese Faustregel ist praktisch auf jedes Unternehmen und jede Branche anwendbar.
Laut Melanie Laws, stellvertretende Abteilungsleiterin der Recruiting Services der Bertelsmann AG, wissen Bewerber um Führungspositionen gut einzuschätzen, welches Outfit im Bewerbungsgespräch angemessen ist. "Kandidaten, die sich um Jobs mit Kundenkontakt bewerben, sind die Dresscodes der Berufswelt bekannt. Dies gilt gerade in Bezug auf Führungspositionen. Anzug, Hemd und Krawatte beziehungsweise Hosenanzug und Kostüm haben sich hier fest etabliert. Bisher ist daher keiner unserer Bewerber in diesen Bereichen aus dem Rahmen gefallen."

Je weniger Kundenkontakt, desto unwichtiger wird der Dresscode
In der Praxis haben sich laut Frank Schmith, Leiter Personalmarketing und Personalauswahl bei der Deutschen Lufthansa AG, für verschiedene Berufsgruppen verschiedene Toleranzgrenzen ergeben. Bei Bewerbern um Positionen mit wenig Kundenkontakt wird demnach weniger auf Kleidung geachtet: "Abgesehen von absolut unverzeihlichen Stil-Sünden à la "karierte Krawatte zum gestreiften Hemd" oder "Tennissocken zum dunklen Anzug", wirkt sich das Outfit des Bewerbers nicht negativ auf den Gesamteindruck aus. Diese Handhabung hat sich sicherlich in den letzten Jahren gelockert. Gleichzeitig beobachten wir, dass sich das Outfit der Bewerber um verschiedene Posten immer weiter angleicht. Zwar sehen Juristen nach wie vor anders aus als Ingenieure. Doch das Klischee vom Karohemd tragenden Maschinenbauer mit ausgelaufenem Kugelschreiber in der Brusttasche wird längst nicht mehr bedient."

"In Bereichen mit geringem externen Kundenkontakt ist Business Kleidung trotzdem ratsam", so Steffen Laick. "Für das Vorstellungsgespräch in jedem Fall, bei der täglichen Arbeit kann davon jedoch abgewichen werden, hier sollte man sich an den Kollegen orientieren. Grundsätzlich gilt: Im Vorstellungsgespräch ist uns eine überzeugende Darstellung der Persönlichkeit des Bewerbers weitaus wichtiger. Wesentlich ist, dass die Chemie stimmt."
Tendenziell spielt die Kleidung bei Berufsgruppen mit wenig Kundenkontakt in den vielen Unternehmen eine untergeordnete Rolle. Jochen Joosten: "In der Forschung und Entwicklung oder in einem Werk wird weniger streng auf die Kleidung des Bewerbers geachtet, denn sie spielt auch im Berufsalltag eher eine untergeordnete Rolle."

Jeans im Bewerbungsgespräch: Geht das zu weit?

Ist das der Freibrief für Jeans und Turnschuhe im Bewerbungsgespräch?
Melanie Laws beobachtet tatsächlich, dass die Hemmschwelle zum Tragen legerer Kleidung gesunken ist: "In Jobs aus Bereichen, in denen es im Berufsalltag eher etwas lockerer zugeht, wie zum Beispiel in der IT, sind Jeans durchaus keine Seltenheit mehr - auch nicht im Vorstellungsgespräch. Eine vergleichsweise legere Kombination aus Jeans und Hemd fällt heute nicht mehr zwingend negativ ins Gewicht. Allerdings: Hier herrschen durchaus konträre Auffassungen. Selbst innerhalb unserer Personalabteilung gehen die Meinungen diesbezüglich auseinander." Eine klare Regelungen gibt es daher auch hier nicht. Tipp von Maria Nevado: "Bedenken Sie, dass das Vorstellungsgespräch ein geschäftlicher Termin ist. Mit der Wahl eines seriösen Outfits signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie der Situation mit der nötigen Ernsthaftigkeit begegnen." Renate Weber rät deshalb grundsätzlich zu formellerer Kleidung: "Das äußere Erscheinungsbild ist zwar nicht entscheidend, ermöglicht dem Bewerber aber seine Qualifikation zu ergänzen und die Persönlichkeit abzurunden."

Dresscodes für Praktikanten: Gleiche Pflicht für alle
Und was sollte der Nachwuchs bei der Kleiderwahl beachten? Drücken Personalentscheider bei Bewerbern um Unternehmenspraktika eher ein Auge zu? Oder gelten dort die gleichen Regeln, wie für Bewerber um feste Jobs?
"In der Tat! Auch Bewerber für Praktikantenstellen sollten die Fähigkeit zeigen, sich professionell präsentieren zu können", so Steffen Laick. Jochen Joosten stimmt dem zu: "Praktikanten sind potenzielle zukünftige Mitarbeiter für Bosch, daher erwarten wir, dass auch sie auf angemessene Kleidung achten und die gleichen Regeln beherzigen, wie Kandidaten um feste Stellen." Laut Frank Schmith hat sich das Bewerberverhalten hier in den letzten zehn Jahren positiv gewandelt. "Früher kam es vor, dass ein Kandidat nach der Vorlesung eben zum Vorstellungsgespräch vorbei kam. Heute achten Bewerber vermehrt auf angemessene Kleidung. Dennoch verlange ich von einem Praktikanten nicht, dass er im dunklen Anzug erscheint."

Faustregel für Bewerber um Praktikantenstellen: Halten Sie sich im Zweifelsfall an allgemein geltende Vorgaben. Mit einer Stoffhose und einem gebügeltem Hemd, beziehungsweise einer gebügelten Bluse machen Sie nichts falsch - weder in der Medien- noch in der Telekommunikations- und schon gar nicht in der Finanzbranche.

Auf einen Blick: Das müssen Sie beachten
Selbstverständlich zählen im Vorstellungsgespräch Persönlichkeit, Qualifikation und Know-how weit mehr, als ein tadelloses Outfit. Sie sollten die Wirkung Ihrer Kleidung dennoch nicht unterschätzen. Je nachdem welche Rolle Ihr Outfit im Joballtag spielt, werden Dresscodes von Personalentscheidern mal mehr, mal weniger streng ausgelegt. Ob das Outfit zum Ausschlusskriterium wird, hängt von der Position ab, auf die sich ein Kandidat bewerben möchte.

In gehobenen Positionen und Jobs mit Kundenkontakt spielt die Kleidung eine wichtige Rolle. Halten Sie sich hier an die Klassiker: Dunkler Anzug, Hemd und Krawatte für Herren, schlichtes Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse für die Damen.
Kandidaten um Positionen mit wenig Kundenkontakt müssen sich um die Wirkung ihres Outfits weniger Gedanken machen, sollten aber dennoch nicht im Freizeitlook zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Faustregel: Im Zweifel lieber zu formell, als zu leger. Wer sich im Anzug unwohl fühlt, kann in bestimmten Bereichen mittlerweile zur dunklen Jeans in Kombination mit einem gepflegten Hemd greifen.


Um Ihnen die Kleiderwahl für das Vorstellungsgespräch zu erleichtern, nennen wir Ihnen die Top 5 der Fauxpas, die bei jedem Personalentscheider Kopfschütteln verursachen:

  1. Die Spitzenposition der Fehltritte: Eine insgesamt ungepflegte Erscheinung. Achten Sie auf saubere Fingernägel, eine ordentliche Frisur, den Sitz Ihrer Kleidung sowie auf geputzte Schuhe!
  2. Comic-Krawatten und wilder Farb- und Mustermix sind erst wieder an Karneval erlaubt - und auch dann nicht im Vorstellungsgespräch gefragt.
  3. Barfuß geht gar nicht - entscheiden Sie sich unbedingt gegen offene Schuhe im Vorstellungsgespräch.
  4. Das einzige, was schlimmer ist, als gar keine Strümpfe: Tennissocken
  5. Kurze Hosen, Minirock oder Trägertop: Alles was an den Strand erinnert, hat im Vorstellungsgespräch nichts zu suchen.


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