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Einstellungstests erfolgreich bestehen

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Welche Charakterzüge hat der Bewerber? Was ist er für ein Mensch? So lauten die Fragen, die hinter den Persönlichkeitstests stehen und von Unternehmen im Bewerbungsverfahren gerne eingesetzt werden.

Wie der Name schon sagt, dienen die Tests dazu, das Persönlichkeitsbild eines Kandidaten für die Entscheider transparent zu machen. Den Arbeitgeber interessiert in diesem Zusammenhang insbesondere die emotionale Stabilität (z. B. Ausgeglichenheit, Selbstbewusstsein, Gelassenheit oder Aggressivität), die soziale Intelligenz (z. B. Kontaktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen oder Anpassungsfähigkeit) und das Leistungsverhalten (z. B. Pflichtbewusstsein, Ehrgeiz, Wille zum Erfolg oder Arbeitseinstellung) der Kandidaten.Verstärkt setzen Unternehmen bei Einstellungstestverfahren Übungen ein, die im verhaltensbezogenen Bereich angesiedelt sind. Das sind:

  • Gruppendiskussion
  • Präsentation
  • Satzergänzungstest

Bei den Einstellungstests geht es um die so genannten Soft Skills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit. Arbeitgeber möchten wissen, wie Sie sich im Umgang mit anderen Menschen verhalten. Diese Fähigkeiten gewinnen zunehmend an Bedeutung, da die meisten Tätigkeiten im Team erfolgen oder einen direkten Kundenkontakt mit sich bringen. Die Aufgaben hier ähneln jenen aus dem Assessment Center.
Lesen Sie dazu unsere Serie "Assessment Center meistern".

Gruppendiskussion

In einer Gruppendiskussion besprechen mehrere Kandidaten (in der Regel vier bis sechs) ein vorgegebenes oder frei zu wählendes Thema. Für die meisten Gruppendiskussionen wird im Vorfeld kein Diskussionsleiter bestimmt. Die Themen sind in der Regel sehr allgemein gehalten. Bei der Gruppendiskussion ist nicht in erster Linie entscheidend, welche inhaltlichen Argumente Sie liefern. Wichtig ist, wie Sie sich innerhalb der Gruppe verhalten. Daher ist es hilfreich, wenn Sie alle sich bietenden Gelegenheiten nutzen, um derartige Diskussionen zu üben. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, sich vorzubereiten.
Checkliste: Vorbereitung auf die Gruppendiskussion
Ich weiß, dass es positiv gesehen wird, wenn ich in der Gruppendiskussion den ersten Beitrag liefere und damit das Eis breche.
Ich spreche die anderen Teilnehmer in der Diskussion mit Namen an.
Ich fasse Zwischenergebnisse in gewissen Zeitabständen zusammen.
Ich achte darauf, dass wir in der Diskussion nicht vom Thema abweichen. Sollte das der Fall sein, versuche ich, wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen.
Ich bleibe stets sachlich und greife andere Teilnehmer nicht persönlich an.
Ich versuche, auf die Argumente anderer einzugehen und sie in meinem eigenen Statement aufzugreifen.
Ich halte keine endlosen Monologe und beziehe Diskussionsteilnehmer, die besonders zurückhaltend sind, in die Diskussion mit ein.
Ich lasse andere Teilnehmer aussprechen und falle ihnen nicht ins Wort.

Präsentation

Eine weitere Übung, die ebenfalls oft in Verbindung mit Einstellungstests vorkommt, ist die Präsentation. Dabei handelt es sich meist um die so genannte Selbstpräsentation. Dabei geht es darum, dass Sie sich den Unternehmensvertretern und anderen Testteilnehmern vorstellen. In der Regel haben Sie dafür drei bis fünf Minuten Zeit, die Vorbereitungszeit ist eher kurz.

Tipp: Überlegen Sie schon vorab, wie Sie sich selbst präsentieren
Machen Sie sich im Vorfeld bereits Gedanken, wie Sie eine kurze Selbstpräsentation gestalten würden. Wichtig ist, dass Sie sowohl die wichtigsten Etappen Ihres bisherigen Lebens beschreiben als auch erläutern, warum Sie bestimmte Entscheidungen (Wahl der Leistungsfächer, Schulpraktika, Ausbildung ...) getroffen haben. Zeigen Sie, wofür Sie sich begeistern, und nennen Sie konkrete Beispiele für persönliche Stärken und bisher erzielte Erfolge.

Neben der Selbstpräsentation kann die Aufgabenstellung auch so lauten, dass Sie über ein bestimmtes Thema einen kurzen Vortrag halten sollen. Dieses Thema kann vorgegeben oder frei wählbar sein. Auch hier zählen sowohl der Inhalt als auch die Art und Weise, wie es Ihnen gelingt, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen.

Checkliste: Vorbereitung auf Vorträge und Präsentationen
Ich stelle mich zunächst den Zuhörern vor.
Ich halte Blickkontakt mit den Zuhörern.
Ich spreche klar und deutlich.
Ich stehe ruhig auf beiden Beinen und habe die Hände nicht in den Hosentaschen.
Ich lese meinen Text nicht ab, sondern benutze kleine Karten, auf denen ich Stichwörter notiert habe, die mir als roter Faden dienen.
Ich halte die zur Verfügung stehende Zeit ein.
Ich setze Medien wie z. B. Flipchart oder Tafel zur Veranschaulichung meiner Präsentation ein.
Ich bedanke mich am Schluss für die Aufmerksamkeit und frage, ob seitens der Zuhörer noch Fragen bestehen.

Satzergänzungstest

Weniger offensichtlich als klassische Persönlichkeitstests sind die so genannten Satzergänzungstests. Hier werden Sie gebeten, einen Satzanfang bzw. ein Satzende nach Ihren Vorstellungen zu ergänzen. Ganz gleich, ob es sich um einen Satz in der Ich-Form handelt oder ob er eine scheinbar neutrale Person betrifft, immer geht es darum, Ihre Einstellung und Meinung zu erfahren und daraus Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit zu ziehen.
  • Mein sehnlichster Wunsch ist ...
  • Mit einer Gruppe von Menschen zu arbeiten ist ...
  • Peter ist besorgt, dass ...
  • Wenn ich einen Fehler gemacht habe, ...

Hier empfiehlt es sich, knappe und an einer positiven Grundhaltung orientierte Ergänzungen aufzuschreiben. Das könnte z.B. so aussehen:

  • Mein sehnlichster Wunsch ist, weiterhin mit meinem Leben zufrieden sein zu können.
  • Mit einer Gruppe von Menschen zu arbeiten ist eine Chance, gemeinsam erfolgreich zu sein.
  • Peter ist besorgt, wenn eines seiner Kinder ernsthaft erkrankt ist.
  • Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann versuche ich, ihn wieder zu beheben.

Tipp: Machen Sie sich bewusst, was wichtig und erwünscht ist.
Versuchen Sie sich anhand des Anforderungsprofils der angestrebten Position klar zu machen, welche Charaktereigenschaften seitens des Arbeitgebers besonders wichtig und erwünscht sind. Diese geben Ihnen eine wichtige Orientierungsleitschnur für Antworten, die eine positive Beurteilung finden werden. Machen Sie sich außerdem die Aspekte in der Checkliste bewusst.

Checkliste: Vorbereitung auf den Satzergänzungstest
Ich bin mir über die Zielsetzung von Persönlichkeitstests im Klaren.
Mir ist bewusst, dass insbesondere emotionale Stabilität, soziale Intelligenz und das Leistungsverhalten im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen.
Ich versuche, insgesamt eine positive Lebenseinstellung zu vermitteln.
Ich vermeide bei Satzergänzungstests Extremantworten und bevorzuge sozial unverfängliche und möglichst konfliktfreie Alternativen.
Ich halte mir das Anforderungsprofil der angestrebten Position vor Augen.
Ich versuche, mir selbst über meine persönlichen Stärken und Schwächen klar zu werden.
Ich versuche, ruhig und gelassen an den Test zu gehen.

Quelle: Claus Peter Müller-Thurau, Helga Krausser-Raether: Erfolgreich bewerben - Das große Handbuch.

© Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co. KG, 2007
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