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Die ersten hundert Tage im neuen Job

Wer die Zusage für seinen Wunschjob bekommt, freut sich - völlig zu Recht. Doch gleichzeitig herrscht bei vielen vor dem ersten Tag im neuen Job große Aufregung: Was soll ich anziehen? Wie komme ich mit den neuen Kollegen zurecht? Wie kann ich mich im neuen Unternehmen positionieren? Karriereexpertin Alexandra Wenzig von www.stepstone.de erklärt, worauf Sie in den ersten 100 Tagen im neuen Job achten müssen.
 
Alexandra_Wenzig
Alexandra Wenzig, Bewerbungs- und Karriereexpertin bei der Online-Jobbörse
www.stepstone.de 


Frau Wenzig, wie bereite ich mich auf den ersten Tag im neuen Job vor?
Pünktlichkeit ist das A und O, denn unnötiger Stress ist Gift für Jobstarter. Hetzen Sie am ersten Tag zu spät ins Büro, verbauen Sie sich einen entspannten Start. Daher immer ausreichend Pufferzeit für den Weg einplanen! Für einen guten ersten Eindruck ist außerdem ein makelloses Outfit Pflicht. Hier gilt: Lieber zu schick als zu lässig erscheinen. Falls Sie feststellen, dass Sie der einzige Anzugträger weit und breit sind, können Sie sich dem Unternehmensstil später immer noch anpassen.

Was sollte ich im Umgang mit Kollegen beachten?

Sie sollten offen und freundlich auf die Kollegen zugehen. Mit allzu humorigen oder gar ironischen Kommentaren wäre ich vorsichtig - wer weiß, ob die Kollegen den gleichen Humor haben. Auf Lästereien sollte grundsätzlich verzichtet werden, für Sie als neuer Kollege gilt das in besonderem Maße. Besser ist es, die Bürostrukturen zu beobachten: Wann und wie lange geht es in die Mittagspause? Gehen die Kollegen einzeln oder in Gruppen? Wie ist der Umgangston? Beobachten bedeutet aber nicht, sich komplett abzukapseln. Sie sollten versuchen, Anschluss zu finden - auch im eigenen Interesse!

Was sollte ich in der Probezeit noch berücksichtigen?
Wenn Sie eine Erklärung nicht sofort verstehen: unbedingt immer nachfragen, auch wenn es sich um Banalitäten wie die Bedienung des Telefons handelt! Wer nicht nachfragt, hat vielleicht nach zwei Jahren noch Lücken - und dann ist Unwissenheit unangenehm. Das gilt nicht nur für Arbeitsabläufe, sondern auch für Namen. Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie nach einer Woche noch nicht alle Namen aus der Abteilung kennen. Ohnehin sollten Sie Geduld mitbringen: Eine vernünftige Einarbeitung braucht Zeit.

Was sind die absoluten No-Gos in der Einarbeitungszeit?
Ich würde davon abraten, in der Anfangszeit Arzttermine zu vereinbaren. Wenn Sie wirklich akut krank sind, können Sie natürlich jederzeit zum Arzt gehen. Aber Kontrolltermine beispielsweise sollten Sie - wenn überhaupt - eher auf den Morgen oder Abend legen als mitten in die Kernarbeitszeit. Das gleiche gilt für die Präsenz am Arbeitsplatz: Wenn Sie sich direkt frei nehmen und eher zehn Minuten früher als später nach Hause gehen, wirken Sie wenig engagiert. Andererseits sollte auch kein übertriebener Arbeitseifer an den Tag gelegt werden. Es gibt Kandidaten, die schon nach ein paar Tagen komplette Arbeitsprozesse umzukrempeln versuchen. Das sorgt für schlechte Stimmung in der Belegschaft. Außerdem sollten Sie darauf verzichten, Ihre eigenen Vorstellungen kompromisslos durchzuboxen. Am Anfang heißt die Devise: Zuhören! Ein weiteres Tabu: Mit den Kollegen überschwänglich Alkohol trinken und private Geschichten erzählen - in aller Regel hat dies negative Folgen.

Letzte Frage: Gibt es eine Formel für den perfekten Start in den neuen Job?

Eins sollten Sie immer im Hinterkopf behalten: Der Eindruck, den Sie am Anfang hinterlassen, bleibt oft hartnäckig bestehen. Deshalb sollten Sie möglichst vorbildlich auftreten, denn die ersten Monate im neuen Job sind eine schwierige Gratwanderung zwischen Anpassung und Profilierung.

Frau Wenzig, vielen Dank für das Gespräch.

 


 © StepStone, 2012

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