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So bestimmen Sie Ihr Gehaltsniveau

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Beim Einstiegsgehalt sind akademische Leistungen von großer Bedeutung, später sind die Berufserfahrung und persönliche Leistung eines Mitarbeiters viel wichtiger, findet Tim Böger, Geschäftsführer PersonalMarkt Services GmbH. Hier erklärt er, wie Sie ein angemessenes Gehalt ermitteln.

StepStone: Welche Faktoren beeinflussen das Gehaltsniveau?

Tim Böger: Einfluss auf die Höhe des Gehalt haben zahlreiche Faktoren. Beispielsweise die Unternehmensgröße oder die Branche, aber auch persönliche Voraussetzungen oder besondere Qualifikationen, die ein Bewerber mitbringt. Und natürlich bestimmt auch das Verhandlungsgeschick über die Höhe des Gehalts.

StepStone: Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße für das Gehaltsniveau? Je größer das Unternehmen, desto besser wird verdient? Gibt es die Gehaltsniveau-Unterschiede zwischen mittelständischen und Großunternehmen?

Tim Böger: Je größer das Unternehmen, umso höher fallen die Gehälter meist aus. Neben der Größe ist auch die Ertragssituation des potenziellen Arbeitgebers entscheidend. Unternehmen mit mehr Mitarbeitern und einer gewinnträchtigen Bilanz zahlen ihren Mitarbeitern in der Regel mehr als kleine Firmen. Der Nachteil eines geringeren Verdienstes in kleineren Unternehmen wird allerdings häufig durch mehr Eigenverantwortung, flachere Hierarchien und umfangreichere Aufgabengebiete ausgeglichen.

StepStone: Ist die Ausbildung und ein hervorragender Abschluss ausschlaggebender für das Gehaltsniveau als die Berufserfahrung?

Tim Böger: Beim Einstiegsgehalt sind die akademischen Leistungen noch von großer Bedeutung, später gewinnt dann die persönliche Leistung eines Mitarbeiters größere Wichtigkeit.

StepStone: Ist es so, dass Frauen deutlich weniger als Männer verdienen?

Tim Böger: Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation durchschnittlich 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen - so oder ähnlich lauten die immer wiederkehrenden Schlagzeilen zu diesem Thema. Doch Vorsicht vor solchen pauschalen Aussagen: Frauen verdienen in vielen Branchen und Berufen genau so viel wie ihre männlichen Kollegen, in einigen Berufen sogar mehr. Beim Berufseinstieg sind die Gehaltsunterschiede oft kaum noch wahrnehmbar.

StepStone: Sind Frauen selber daran schuld, dass sie sich für den gleichen Job billiger einkaufen lassen als Männer?

Tim Böger: Frauen verhandeln oft tatsächlich schlechter. Das meinten immerhin 40 Prozent der von uns für das Magazin Stern befragten Personalleiter. Frauen fordern nämlich nicht bzw. weniger. Diese Zurückhaltung kann im Laufe des Berufslebens zu einem erheblichen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen führen.

StepStone: Wie sollen die Bewerber damit umgehen, wenn sie ihre Gehaltsvorstellungen direkt im Anschreiben angeben sollen? Was ist Ihrer Meinung nach sinnvoll: einen konkreten Betrag nennen oder eine Spanne?

Tim Böger: Wenn in der Stellenausschreibung ausdrücklich eine Auskunft über die Gehaltsvorstellung gefordert wird, kommt man um eine entsprechende Formulierung im Bewerbungsschreiben nicht herum. Wer dazu schweigt, kann Minuspunkte riskieren. Sie können allerdings versuchen, die geforderte Gehaltsvorstellung in der Bewerbung mit dem Hinweis zu umgehen, dass für Sie die Aufgabe im Vordergrund steht. Mit anderen Worten: Sie müssen sich erst von der Gesamtsituation ein Bild machen, bevor Sie eine qualifizierte Gehaltsforderung stellen. Entscheiden Sie sich für die Angabe einer Gehaltsforderung, formulieren Sie Ihren Gehaltswunsch immer möglichst klar und knapp: "Ich möchte zwischen 35.000 Euro und 40.000 Euro verdienen." Die Nennung einer Gehaltsspanne lässt mehr Verhandlungsspielraum, sollte aber nicht zu groß gewählt werden - dies wirkt etwas beliebig. Eine alternative Formulierung wäre: "Mein Gehaltswunsch liegt bei 38.000, wobei ich dieses Gehalt von meinem Aufgabenbereich abhängig mache" oder "Ich würde gern zwischen 37.000 bis 40.000 Euro verdienen, die genaue Ausgestaltung würde ich gerne persönlich mit Ihnen besprechen."

StepStone: Warum wollen die Unternehmen die Gehaltsvorstellungen vorher wissen?

Tim Böger: Unternehmen wollen wissen, ob ein Bewerber seinen Wert kennt und realistisch einschätzen kann und sie wollen natürlich wissen,
ob es sich lohnt, sich mit einem Kandidaten näher zu beschäftigen.

Mit dem kostenlosen Gehalts-Check oder der persönlichen Gehalts-Analyse erfahren Sie, wieviel Ihre Arbeit wert ist.

Hier geht es zum Gehalts-Check

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