Für Ein- und Aufstieg innerhalb einer Firma ist es wichtig, rechtzeitig Kontakte zu knüpfen und in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. Unter Männern ist die Bildung informeller Netze seit langem üblich, Frauen tun sich dagegen mitunter noch schwer.
Um verstärkt Frauen in Führungspositionen zu bringen, haben viele Firmen in den letzten Jahren interne Mentoring-Programme eingerichtet. Meist für die Dauer von neun bis zwölf Monaten durchlaufen die Teilnehmerinnen an der Seite Ihrer Mentor/in verschiedene Bereiche des Unternehmens. In regelmäßigen Gesprächen wird ein individueller Karriereplan entwickelt, werden Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.
Ziel der Programme ist es, Frauen den Zugang zu firmeninternen Netzwerken zu ermöglichen und die etablierten Strukturen des Unternehmens transparent zu machen. Mentee und MentorIn stehen in einer gleichberechtigten Beziehung außerhalb der normalen Vorgesetzten-Untergebenen-Hierarchie. Zusätzlich können sogenannte Soft-Skills, wie soziale und kommunikative Kompetenz, Teamfähigkeit und Durchsetzungsstrategien mit Seminaren und Workshops gefördert werden. Im Idealfall ermöglicht eine Einbeziehung männlicher Beschäftigter auch, die firmeninterne Kultur zu verändern. Dazu gehört u. a. die größere Wertschätzung der Arbeit weiblicher Mitarbeiter, denn Arbeit von Frauen wird bei gleicher Qualifikation häufig kritischer beurteilt als die der Männer. Die Angebote sind sehr unterschiedlich und meist auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten. Eine "Fahrstuhlkarriere" ist durch die Teilnahme an einem Mentoring-Programm sicher nicht zu erwarten, auf längere Sicht haben sich die Aufstiegschancen für Frauen aber durchaus verbessert.