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Die peinlichsten Ausrutscher beim Vorstellungsgespräch

Peinliche Fehler im Vorstellungsgespräch

Wer es ins Vorstellungsgespräch schafft, hat die größte Hürde des Bewerbungprozesses bereits genommen. Umso ärgerlicher, wenn das Jobinterview durch mangelnde Vorbereitung oder peinliches Benehmen zur Pleite wird.

Checkliste: Die peinlichsten Ausrutscher

Neben vielen qualifizierten Bewerbern, die gewissenhaft ihre Unterlagen erstellen und sich zielgerichtet auf das Jobinterview vorbereiten, klagen Personaler immer wieder auch über Kandidaten, die sich kaum vorbereitet und naiv dem Bewerbungsprozess stellen. Besonders ärgerlich ist das im Vorstellungsgespräch, denn wer durch seine Unterlagen überzeugt hat, sollte nicht durch vermeidbare Fehler im Gespräch scheitern. Wir haben einige Beispiele aufgeführt, die leider in der Bewerbungspraxis immer wieder vorkommen.


1. Den Ansprechpartner vergessen

Wie peinlich: Man weiß den Namen des Gesprächspartners nicht mehr und die Dame vom Empfang telefoniert sich quer durch die Personalabteilung, um den richtigen zu finden. Das lässt sich ganz einfach vermeiden, wenn man das Einladungsschreiben dabei hat und sich vor der Tür noch mal kurz anschaut.

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jobinterview2. Schlecht informiert sein

Mangelndes Wissen über das Unternehmen, seine Produkte und Services sowie die anvisierte Stelle ist besonders tückisch, da im Interview gerne offene Fragen gestellt werden, z.B. "Was wissen Sie bereits über unser Unternehmen?". Es gibt Bewerber, die während eines Jobinterviews beim Marktführer im Bereich Beratungssoftware sagen "Sie machen irgend etwas mit Computern oder Software". Oder "Sie machen das gleiche wie Unternehmen XY, aber die sind der Marktführer". Auch über den angestrebten Job sollten Sie sich vorher Gedanken gemacht haben, wie wollen Sie sonst die Frage beantworten, was Sie besonders für diese Stelle qualifiziert?

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3. Unüberlegte Kritik

"Also ich würde die Verkaufsunterlagen ganz anders aufbauen und Ihr Firmenlogo ist nicht besonders einprägsam. Auch habe ich mir Ihren Internetauftritt angeschaut und finde, da kann man eine ganze Menge verbessern." Es ist schön, dass Sie Ihre Erfahrung und neue Ideen einbringen möchten, mit harscher Kritik sollten Sie sich allerdings zurückhalten. Der Personaler wird sich fragen, warum Sie sich bei einem Unternehmen bewerben, an dem Sie so viel zu bemängeln haben und der Vertreter der Fachabteilung wird sich angegriffen fühlen.

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4 Die eigenen Unterlagen nicht kennen

Ihr Interviewpartner spricht Sie plötzlich auf spanisch an und erwartet von Ihnen, Ihren Werdegang in dieser Sprache zu schildern. Spätestens jetzt kommt es heraus, dass Sie den 10 Jahre zurück liegenden Volkshochschulkurs im Lebenslauf als "Fließende Spanischkenntnisse" ausgegeben haben. Aus dieser Situation werden Sie schwer wieder heraus kommen. Auch sollten Sie Ihren Lebenslauf und die Angaben im Anschreiben genau kennen. Das Praktikum wurde als selbstständige Tätigkeit ausgegeben und der Aushilfsjob in der Kneipe als "Leitung Event-Gastronomie"? Auch wenn die meisten Bewerber in ihren Unterlagen nicht bewusst lügen, so schießen doch einige in der Darstellung ihrer Qualifikationen über das Ziel hinaus und verlieren spätestens im Gespräch ihre Glaubwürdigkeit. Vermeiden Sie dies von Anfang an. Und auch bei ganz korrekten Lebensläufen sollten Sie sich vorher noch einmal detailliert mit all Ihren Angaben auseinandersetzen.

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5. Standardantworten aus Bewerbungsratgebern

Viele Kandidaten bereiten sich besonders gewissenhaft auf ein Jobinterview vor, indem sie Bewerbungsratgeber nicht nur lesen, sondern regelrecht auswendig lernen. Dadurch verlieren Sie oft den Blick für das Wesentliche. Nehmen Sie sich Ratschläge immer zu Herzen und vertrauen Sie auf die Erfahrung der Autoren. Aber versuchen Sie nicht auf Biegen und Brechen die Aussagen im Vorstellungsgespräch unterzubringen, die als besonders vorteilhaft gelten, denn so verlieren Sie die Konzentration auf das Gespräch. Viele Floskeln, mit denen sich Bewerber gut darstellen wollen, können Personaler kaum noch hören.

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6. Betriebsgeheimnisse ausplaudern

Vorstellungsgespräch, Bewerbung, BewerbungsgesprächAuf die Frage "Warum haben Sie sich bei uns beworben / was reizt Sie an der ausgeschriebenen Stelle?", brechen bei vielen Bewerbern alle Dämme. Da fallen Aussagen wie "Mein Chef erkennt meine Leistung nicht an / ich werde nicht ausreichend gefördert / im derzeitigen Unternehmen bin ich in einer Sackgasse gelandet." Das wirft ebenso ein schlechtes Licht auf den Kandidaten wie negative Aussagen zum Gesamtunternehmen: "Von Kollegen habe ich erfahren, dass die Firma bald verkauft werden soll. Da wollte ich mich umorientieren, bevor es zu spät ist".

Die Grenzen dessen zu finden, was man sagen darf und was nicht, ist nicht immer leicht. Schließlich würde man sich nicht bewerben, wenn im derzeitigen Job alles super liefe. Beschränken Sie sich aber auf die nötigsten Aussagen zur derzeitigen Situation und reden Sie lieber über Ihre künftigen beruflichen Ziele und warum die ausgeschriebene Stelle und das anvisierte Unternehmen für Sie so attraktiv ist.

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7. Schlechte Selbstpräsentation

Wer auf Fragen zu beruflichen Erfolgen, persönlichen Stärken und Schwächen oder zur Motivation keine Antworten findet, der gilt nicht nur als schlecht vorbereitet, sondern auch als unqualifiziert. Bewerber, die auf Nachfrage zu Lücken oder Besonderheiten im Lebenslauf nervös werden, bugsieren sich an dieser Stelle aus dem Bewerbungsprozess. Sie müssen in der Lage sein, sich und Ihren Werdegang flüssig und strukturiert zu präsentieren - und das bedeutet nicht, dass Sie nur die Fakten aus Ihrem Leben aufzählen! Deshalb sollten Sie niemals unvorbereitet in ein Jobinterview gehen, denn kritische Situationen kann man souverän meistern, wenn man sich im Vorfeld darauf einstellt und mögliche Antworten parat hat. Eine Kurzpräsentation zu Ihrer Person inklusive Beispiele für berufliche Erfolge sollten Sie im Kreise Ihrer Freunde vorher üben.

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8. Keine eigenen Fragen stellen

Bewerber zeigen Interesse, wenn Sie Fragen an das Unternehmen stellen. In der Regel werden Sie gegen Ende des Gespräches dazu aufgefordert. Leider ist es oft so, dass einem zu diesem Zeitpunkt nichts mehr einfällt. Bereiten Sie deshalb mögliche Fragen vor, versteifen Sie sich aber nicht darauf. Es zeichnet Sie als guten Zuhörer aus, wenn Sie Dinge vertiefen wollen, die im Interview angesprochen wurden. Wiederholen Sie aber keinesfalls unnötig bereits Gesagtes. Auch sollten Ihre Fragen möglichst inhaltlicher Natur sein. Wer nur wissen möchte, ob es eine Kantine gibt, oder ob häufig Überstunden geleistet werden, hinterlässt garantiert einen negativen Eindruck. Absolute Tabus sind Fragen wie "Steht in naher Zukunft ein Personalabbau an?" oder "Wie würden Sie das Betriebsklima beschreiben?" Bestenfalls bringen Sie Ihren Gegenüber mit solchen Fragen nur in Verlegenheit, schlimmstenfalls führen sie zu echter Verärgerung.

Übrigens sollten Sie Fragen zum Gehalt und zu Sonderkonditionen normalerweise nicht von sich aus stellen. In den meisten Fällen wird das Thema vom Unternehmen aufgegriffen. Sollte aber weder in der Bewerbung noch in einem vorherigen Gespräch ein Gehaltsrahmen abgestimmt worden sein, können Sie die beiderseitigen Gehaltsvorstellungen mit der gebotenen Sensibilität ruhig ansprechen. Exakte Konditionen und Gehaltsdetails sind aber auf jeden Fall Dinge, die erst während eines zweiten oder dritten Gesprächs thematisiert werden sollten.

Die Themenkomplexe für mögliche Fragen sind weit und umfassen:

  • Arbeitsstelle: Aufgabenbereich, Organisatorische Einordnung, Hierarchie, warum wurde die Stelle frei?, etc.
  • Abteilung: Teamstärke, Schnittpunkte zu Kollegen, organisatorische Einordnung ins Gesamtunternehmen etc.
  • Wie verläuft die Einarbeitung.
  • Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildungen etc.
  • Firmenkultur und -einrichtungen

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9. Weitere peinliche Ausrutscher im Vorstellungsgespräch:

  • Unpünktliches Erscheinen.
  • Die Visitenkarte des derzeitigen Arbeitgebers austeilen.
  • Notizblock und Stift mit Logo des derzeitigen Arbeitgebers benutzen.
  • Fragen zu Arbeitszeit, -konditionen und Gehalt stellen.
  • Mit Wissen über den Gesprächspartner prahlen: "Im Intrnet habe ich gelesen, dass Sie auch erst seit Kurzem auf Ihrer Position sind. Haben Sie Ihre Einarbeitung als ausreichend empfunden?"
  • Die Gesprächsführung übernehmen: "Wie würden Sie sich als Vorgesetzten beschreiben?".
  • Übertriebene Schüchternheit und Zurückhaltung, kein Augenkontakt und leise Stimme, verschlossen Körperhaltung, wie Arme vor dem Körper verschränken, auf die Hände setzen u.a.
  • Übertriebenes Selbstbewusstsein, Gesprächspartnern ins Wort fallen, ausladende Gesten und sehr lässige Körperhaltung wie Hände hinter dem Kopf verschränken u.a.
  • Unangemessene Kleidung, ausgetretene/schmutzige Schuhe, auffälliger Schmuck, ungepflegte Haare.

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Lesen Sie in den weiteren Folgen unserer Serie zum Vorstellungsgespräch:

© StepStone, 2009

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