Höflichkeit und Flexibilität: Kleiner Knigge für Frankreich
Franzosen haben zwar das 'laissez-faire' erfunden, aber in unserem Nachbarland herrscht ein autoritärer und starrer Führungsstil. Das französische Verhalten wirkt reserviert und nüchtern, man spricht sich mit dem Nachnamen an. Höflichkeit ist geboten und Respektsbezeigungen gegenüber Autoritätspersonen sollten unmittelbar und vollständig erfolgen. Bei Besprechungen wird zwar jeder Teilnehmer Gehör finden und seine Meinung äußern dürfen, aber am Ende trifft der Chef die Entscheidung alleine. Im Allgemeinen sind Franzosen in ihrem Ausdruck vorsichtig und präzise und man sollte erwarten, dass sich persönliche Ansichten auf Verhandlungen und Geschäftsbeziehungen auswirken.
Entscheidungen können umgeworfen werden
Entscheidungen sind aber nicht endgültig. Sie können vielmehr, wenn eine Situation sich zu ändern droht, umgeworfen werden. Franzosen stört dann oft an ihren deutschen Partnern, die sich meistens überrannt fühlen oder den Eindruck haben, sich auf Ergebnisse nicht verlassen zu können, die mangelnde Flexibilität.
Franzosen sind pünktlich, fangen aber nicht sofort mit den Gesprächen an. Sie unterhalten sich zunächst im persönlichen Gespräch über scheinbare Belanglosigkeiten. Der Grund liegt darin, dass es in Frankreich üblich ist, sich Informationen von überall herzuholen - von Kollegen, von Partnern, von Freunden, in der Kantine oder eben informell direkt vor einem Meeting. Der formale Austausch von Informationen innerhalb einer geschäftlichen Besprechung fällt gering aus, da davon ausgegangen wird, dass dies bereits vor dem Treffen geschehen ist. Kurz: Offizielle Kanäle geben im Gegensatz zu inoffiziellen verhältnismäßig wenig Infos preis.
Quelle:
business-wissen.de