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Arbeiten in Österreich

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Voraussetzungen zur Arbeitsaufnahme in Österreich

  • Land und Leute
  • Bürger der EU (Kernstaaten)
  • Bürger der EU (Neue Mitglieder)
  • Nicht EU-Bürger
  • Grenzgänger       

Land und Leute

Etwa 85 Prozent der Fläche Österreichs sind der Land- und Forstwirtschaft gewidmet, welche vermehrt auf Qualität und ökologischen Landbau setzt, um sich gegen die preiswertere Konkurrenz aus dem Osten behaupten zu können. Den größten Teil der Wirtschaftsleistung macht jedoch der stark expandierende Dienstleistungssektor aus, in dem sich sehr gute Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Aufgrund der gemeinsamen Sprache haben Deutsche in Österreich einen Vorteil gegenüber anderen Ausländern, doch die unterschiedlichen Kulturen sollten nicht unterschätzt werden. So liegt den Österreichern die oft sehr direkte Art der Deutschen im Berufsleben fern, vielmehr verhält und äußert man sich im Arbeitsalltag eher zurückhaltend und diplomatisch.

Bürger der EU (Kernstaaten)

Für Bürger der EU, der Schweiz sowie Liechtensteins bestehen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt keinerlei Beschränkungen. Das heißt, EU-Bürger sind den österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt und benötigen weder Beschäftigungsbewilligung, Arbeitserlaubnis noch einen Befreiungsschein für unselbstständige Tätigkeiten. Man kann sich direkt an den zuständigen Euroberater bzw. an das Arbeitsamt im eigenen Land wenden, vom wo aus das Arbeitsgesuch schnell an die zuständigen Stellen in Österreich weitergeleitet wird. Wenn man genügend finanzielle Mittel hat und krankenversichert ist, steht auch der Jobsuche vor Ort nichts im Weg.

Bürger der EU (neue Mitgliedsstaaten)

Österreich behandelt die Bürger der neuen Mitgliedsstaaten gleich wie alle anderen EU-Bürger, das heißt, dass sie sich, sofern krankenversichert und finanziell unabhängig, oder in einem Beschäftigungsverhältnis, unbegrenzt im Land aufhalten dürfen.

Nicht EU-Bürger

Bürger aller anderen Länder haben es etwas schwerer. Für sie findet das so genannte "Ausländerbewilligungsgesetz" (Bundesgesetz aus dem Jahr 1975) Anwendung. Dieses Gesetz regelt die Vorrausetzungen und Verfahren, die zum Erhalt der zur Arbeit notwendigen Beschäftigungsbewilligung führen. Personen aus Ländern außerhalb der EU werden im Allgemeinen "bewilligungspflichtige Arbeitnehmer" bzw. "bewilligungspflichtige Arbeitslose" genannt.

Die Beschäftigungsbewilligung berechtigt zur Aufnahme einer Arbeit an einem genau bezeichneten Arbeitsplatz. Bei einem Wechsel des Arbeitgebers oder sogar innerhalb des Betriebes muss ein neuer Antrag auf Beschäftigungsbewilligung gestellt werden. Die Laufzeit der Beschäftigungsbewilligung beträgt maximal ein Jahr. Sie wird, je nach Bedarf, nach Ablauf jeweils um ein Jahr verlängert. Sollte der Arbeitsaufenthalt die Dauer eines Jahres überschreiten, so ist es möglich, eine Arbeitserlaubnis zu erwirken, welche die notwendigen Formalitäten in Österreich erleichtert.

Grenzgänger

Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Österreich zahlen Deutsche mit einem Wohnsitz in Deutschland und einem Arbeitsplatz in Österreich nur in Österreich ihre Steuern, sofern beide Orte nicht weiter als 30km von der Grenze entfernt sind. Sozial- und Krankenversicherung sind dagegen nicht so einfach geregelt, so dass ausführliche Beratung zu diesem Thema zu empfehlen ist.

Gegebenheiten

in Österreich

  • Anerkennung von Abschlüssen
  • Aufenthalts- & Arbeitserlaubnis
  • Jobsuche & Bewerbung
  • Arbeitsrecht
  • Gesundheits- & Sozialleistungen

Österreich - Arbeiten im Ausland

Anerkennung von Abschlüssen

Um in Österreich eine Anstellung zu finden, die der im Ausland erworbenen Qualifikation entspricht, müssen ausländische Diplome von den zuständigen Stellen anerkannt werden. Ärzte wenden sich an die Österreichische Ärztekammer, Architektinnen bzw. Bauingenieure an die Bundeskammer für Architekten und Bauingenieure, Rechtsanwältinnen an die Österreichische Rechtsanwaltskammer, Krankenpfleger, Pflegehelfer, Angehörige von Sanitätshilfsdiensten an das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen.

Für die Anerkennung von Berufsschulabschluss/Abschluss beruflicher Ausbildungen sollte man sich an das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wenden. Für die neuen EU-Bürger gelten zum Teil Zusatzbestimmungen!

Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis

Es besteht eine Meldepflicht, nach drei Tagen Aufenthalt muss sich der EU-Bürger bei der örtlichen Polizei oder beim Gemeindeamt melden. Nach drei Monaten muss eine Anmeldebescheinigung beantragt werden. Der EWR-Lichtbildausweis, der früher verpflichtend war, kann freiwillig beantragt werden. Die Aufenthaltsgenehmigung wird für fünf Jahre erteilt, vorausgesetzt, man kann eine Einstellung oder seine selbstständige Beschäftigung nachweisen, oder nachweisen, dass man in den kommenden sechs Monaten eine Beschäftigung erlangen wird, oder, dass man über genügend Geld für Lebensunterhalt und Krankenversicherung verfügt.

Zuziehende von außerhalb des europäischen Raums brauchen eine Beschäftigungsbewilligung, die nur erteilt wird, wenn die aktuelle Lage und die zu erwartende Entwicklung des Arbeitsmarktes eine Beschäftigung zulassen. Bei der Prüfung der Lage des Arbeitsmarktes wird ermittelt, ob es nicht einen registrierten Arbeitslosen in Österreich gibt, der die Arbeitsstelle genauso qualifiziert besetzen kann wie der ausländische Bewerber. Hierbei wird der Vermittlung von inländischen Arbeitnehmern ein absoluter Vorrang eingeräumt. Außerdem dürfen keine öffentlichen oder gesamtwirtschaftlichen Interessen verletzt werden, und der Arbeitgeber muss die erforderlichen Voraussetzungen bezüglich der Lohn- und Arbeitsbedingung sowie der sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen erfüllen. Es wird beispielsweise geprüft, ob der gesetzliche Mindestlohn erreicht wird, oder ob die gesetzlichen Sozialabgaben geleistet werden. Darüber hinaus müssen die Sozialpartner (Regionalbeirat) die Erteilung der Beschäftigungsbewilligung einstimmig befürworten. Als "Sozialpartner" werden die Interessenvertretungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezeichnet. Stimmen die Interessenvertretungen nicht zu, so müssen besondere Gründe für die Zulassung zum österreichischen Arbeitsmarkt vorliegen.

Ausländische Arbeitnehmer, die dem "Ausländerbeschäftigungsgesetz" unterliegen und die in 14 Monaten mindestens 52 Wochen legal einer Beschäftigung in Österreich nachgegangen sind, haben Anspruch auf eine Arbeitserlaubnis. Diese bewirkt eine Gleichstellung des ausländischen Arbeitnehmers mit den inländischen Arbeitnehmern innerhalb des Arbeitsmarktes eines österreichischen Bundeslandes. Damit ist der Arbeitnehmer berechtigt seinen Arbeitsplatz und sein Arbeitsverhältnis innerhalb des ausstellenden Bundeslandes frei zu wählen. Die Arbeitserlaubnis gilt 2 Jahre und ist verlängerbar. Dauert der Arbeitsaufenthalt mehrere Jahre, so besteht die Möglichkeit, einen Befreiungsschein zu beantragen, was eine Gleichstellung mit den österreichischen Arbeitnehmern auf dem nationalen Arbeitsmarkt bewirkt. Alle Ausländer, die dem "Ausländerbeschäftigungsgesetz" unterliegen und in Österreich innerhalb von acht Jahren fünf Jahre legal beschäftigt waren, erfüllen die Voraussetzungen für einen Befreiungsschein. Er ermächtigt zu einer frei wählbaren Beschäftigung in ganz Österreich. Der Befreiungsschein gilt für fünf Jahre.

Sollten alle Hürden zur Beschäftigung in Österreich genommen sein, braucht man nur noch eine Niederlassungsbewilligung beantragen, denn wer in Österreich arbeitet, wird im Allgemeinen dort auch wohnen wollen. Um eine Niederlassungsbewilligung in Österreich zu erwirken, bedarf es eines gültigen Visums, einer Beschäftigungsbewilligung und einer Platzierung innerhalb der Zuwanderungsquote für ausländische Arbeitnehmer.

Jobsuche und Bewerbung

Die Quellen für die Jobsuche sind ähnlich wie in Deutschland: da ist zum einen der österreichische Arbeitsmarktservice mit Niederlassungen in alles Bundesländern. Zum anderen lohnt sich ein Blick in die großen Tageszeitungen wie "Die Presse". Auch Online-Stellenbörsen, z.B. jobfinder.at, bieten viele Jobs an und etliche Unternehmen inserieren auch grenzübergreifend, z.B. auf StepStone.de. Manches Mal lässt sich sogar über das deutsche Arbeitsamt eine Stelle in Österreich finden, da die beiden Länder eng kooperieren.

Im allgemeinen verläuft eine Bewerbung in Österreich wie in Deutschland - die Bewerbungsunterlagen sind identisch und enthalten alle wichtigen Nachweise zu Werdegang und Qualifikation. Neben dem Anschreiben, das die persönlichen Stärken des Bewerbers sowie seine Motivation beschreibt, warum er sich gerade auf diese Stelle und bei dieser Firma bewirbt, gilt ein aussagefähiger Lebenslauf von max. 2 Seiten sowie ein Bild als Pflichtinhalt.

Arbeitsrecht

Das Urlaubsmaß beträgt in Österreich 30 Werktage. Die laufenden Bezüge werden auch im Urlaub gezahlt. Neben dem Erholungsurlaub gibt es Anspruch auf Freistellung zur Pflege Angehöriger im selben Haushalt (erkrankte Kinder etc.). Auch hier findet sich die Praxis der Entgeltfortzahlung bis zu einem Ausmaß von zehn Arbeitstagen pro Arbeitsjahr. Nach einer durchgängigen Beschäftigung von drei Jahren kann der Arbeitnehmer drei Monate bis ein Jahr Bildungskarenz beantragen, währenddessen der Lohn jedoch nicht weitergezahlt wird.

Die Arbeitszeit beträgt acht Stunden am Tag. In der Woche dürfen maximal 40 Stunden gearbeitet werden. Die Arbeitszeit sollte auf fünf Wochentage verteilt werden. Ausnahmeregelungen sind möglich, falls der Arbeitgeber deren Notwendigkeit nachweisen kann. Überstunden werden extra vergütet.

Gesundheitswesen und Sozialleistungen

In Österreich ist jeder Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig. Selbst Arbeitnehmer mit geringfügigem Einkommen sind abgabenpflichtig, einige Berufsgruppen und Studenten sind allerdings nur in Teile der Sozialversicherung eingebunden. Nur so ist gewährleistet, dass diese im Falle von Arbeitslosigkeit oder -unfähigkeit Anspruch auf Leistungen der Sozialversicherung haben. Die Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung werden dabei anteilig durch den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer aufgebracht. Wer besser verdient, muss auch mehr einzahlen, damit auch die Leistungen für wirtschaftlich schlechter gestellte Personen gedeckt sind.

Die meisten Leistungen aus Sozialversicherung und Sozialhilfe bzw. andere Leistungen zur Unterstützung von Familien und Studenten etc. gelten auch für EU-Bürger, die in Österreich leben. Mit dem Antritt einer Arbeit bekommt man eine Versicherungsnummer, unter der Versicherungszeiten und das beitragspflichtige Entgelt registriert wird. Beiträge zur Krankenversicherung, zur Unfallversicherung, zur Pensionsversicherung und zur Arbeitslosenversicherung werden direkt vom Arbeitsgeber abgeführt.

Das Gesundheitssystem in Österreich ist teilweise über die Sozialversicherung abgedeckt, den andere Teil tragen die Krankenkassen, in denen alle Arbeitnehmer zwangsversichert sind. Um Gesundheitsleistungen in Anspruch zu nehmen, benötigt man eine eCard, die man von seiner Krankenkasse ausgestellt bekommt.

Weiterführende Informationen

Links und Hinweise der deutschen Botschaft in Wien: www.wien.diplo.de
Online-Jobsuche: www.jobfinder.at

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