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Arbeiten in Norwegen

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Voraussetzungen zur Arbeitsaufnahme in Norwegen

  • Land und Leute
  • Bürger der EU (Kernstaaten)
  • Bürger der EU (neue Mitglieder)
  • Nicht EU-Bürger

Land und Leute

Norwegen ist aufgrund seiner international ausgerichteten starken Wirtschaft als Auswanderungsland äußerst attraktiv. Im internationalen Vergleich liegt die Erwerbsquote sehr hoch. Norwegen gehört zu den Ländern mit der höchsten Frauenerwerbsrate auf der Welt, das Rentenalter liegt mit 67 Jahren recht hoch, und die Arbeitslosenquote bewegt sich um die vier Prozent Marke. Außerdem betreibt die Regierung eine aktive Arbeitsmarktpolitik mit hochwertigen Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen. Auch mittelfristig sind die Perspektiven für das Land gut.

Deutschen in Norwegen dürften in erster Linie die kurzen Tage und langen Nächte mit ihren Auswirkungen auf die Psyche zu schaffen machen. Geselligkeiten finden eher im privaten Rahmen statt, da die Preise für eine richtige "Kneipenkultur" zu hoch sind. Die Lebenshaltungskosten sind die höchsten weltweit (Studie ECA, Juni 2005), insbesondere die Preise für Konsümgüter wie Fleisch/Wurst, Tabak, Alkohol und Kosmetik liegen wesentlich über denen in anderen Ländern. Wer kein norwegisch spricht, kann mitunter auch mit guten Englischkenntnissen auskommen, dies hängt von Branche und Region ab, in der man arbeiten möchte.

Bürger der EU (Kernstaaten)

Zwar hat sich die norwegische Bevölkerung im Jahr 1994 bereits zum zweiten Mal nach 1972 gegen den Beitritt zur Europäischen Union entschieden, doch aufgrund der Zugehörigkeit zum Europäischen Wirtschaftsraum EWR gelten auch hier die Prinzipien der Freizügigkeit und des europäischen Wettbewerbsrechts für Bürger aus den EU Kernstaaten, Zypern und Malta. Bürger aus diesen Staaten dürfen bis zu drei Monaten in Norwegen bleiben, Arbeitsuchende dürfen sich maximal sechs Monate in Norwegen aufhalten, sofern sie über ausreichende Mittel verfügen, um ihren Aufenthalt (Lebensunterhalt) zu finanzieren.

Bürger der EU (neue Mitgliedsstaaten)

Arbeitssuchende aus den neuen EU Mitgliedsstaaten benötigen eine Arbeitserlaubnis, das heißt eine Aufenthaltserlaubnis, die zur Aufnahme einer Beschäftigung berechtigt. Diese kann von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beantragt werden. Arbeitnehmer brauchen dafür ein konkretes Arbeitsangebot. Mit diesem, einem Passfoto und dem ausgefüllten Antragsformular kann man bei einer örtlichen Polizeidienststelle oder der Botschaft im Herkunftsland eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Diesen Antrag kann auch der Arbeitgeber stellen.

Nicht EU-Bürger

Bürger, die nicht zu einem EWR-Land gehören, benötigen eine Aufenthalts- und eine Arbeitserlaubnis, um in Norwegen eine Arbeit anzunehmen (Ausnahmen gibt es für Saisonarbeiter u.a.). Diese muss bereits vorab im eigenen Land bei der zuständigen norwegischen Botschaft beantragt werden.

Gegebenheiten in Norwegen

  • Anerkennung von Abschlüssen
  • Arbeiten in Norwegen
  • Jobsuche & Bewerbung
  • Arbeitsrecht
  • Gesundheitswesen und Sozialleistungen

Anerkennung von Abschlüssen

Allgemeingültige Regelungen gibt es nicht. Grundsätzlich werden deutsche Ausbildungen anerkannt. Es gibt aber Ausnahmen, da in Norwegen für einzelne Berufe Mindestanforderungen, oftmals ein Dreijahres-Minimum, in Bezug auf die Ausbildungsdauer oder für Praktika gelten.

Arbeit in Norwegen (Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis)


Nach drei Monaten müssen Einwanderer eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen, die zunächst für maximal fünf Jahre von der Fremdenpolizei des Wohnortes oder von der Botschaft bzw. dem Konsulat erteilt wird. Wenn man eine Arbeit und einen Wohnsitz gefunden hat, meldet man sich beim Einwohnermeldeamt (Folkeregisteret) an, wo man eine norwegische Personenkennziffer (Personnummer) zugeteilt bekommt. Wer drei Jahre ohne Unterbrechung in Norwegen gelebt hat mit gültiger Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung, kann eine Niederlassungsbewilligung erhalten.

Jobsuche & Bewerbung

Die moderne norwegische Wirtschaft ist zum größten Teil von Exporten abhängig und somit sehr international ausgerichtet. Dabei sind die wichtigsten Absatzmärkte die anderen europäischen, vor allem die anderen nordischen Länder. Neben den traditionellen Wirtschaftszweigen wie Schiffbau und Wasserkraft sind auch die neuen Branchen der Kommunikationstechnik und Softwareentwicklung zu wichtigen Säulen geworden. Außerdem tragen zahlreich vorhandene Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, aber auch Fischvorkommen zum Wirtschaftswachstum bei.

In bestimmten Wirtschaftszweigen herrscht ein erstaunlicher Arbeitskräftemangel, besonders im Tourismus sowie im Gesundheitswesen (Fachpersonal, Ärzte, Zahnärzte). Außerdem werden Handwerker, Techniker und Ingenieure für die verarbeitende Industrie und das Baugewerbe stets gesucht. Hier sind wie im Schul- und Sozialwesen die Chancen für deutsche Einwanderer gut bis sehr gut einzuschätzen. Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern im Bereich des Bohrens, nach Servicetechnikern, Ingenieuren mit Hochschulabschluss (Bohrung, Brunnen, elektrische Anlagen etc.) und auch nach Geologen und Geophysikern ist steigend. In diesen Bereichen rekrutieren einige Firmen auch aus dem Ausland. Man sollte aber unbedingt auf die Seriosität der Angebote achten.

Wer in Norwegen Arbeit sucht, kann sich online über ausgeschriebene Stellen informieren, z.B. bei StepStone oder auf der Internetseite der staatlichen norwegischen Arbeitsvermittlung Aetat. Da viele Stellen in Norwegen von den Arbeitsgebern nicht ausgeschrieben werden, kann sich auch ein Inserat in der Tageszeitung 'Aftenposten' lohnen. Noch besser und auch üblich sind Initiativbewerbungen.

Ihre Bewerbungsunterlagen sollten neben einem Anschreiben und einem Lebenslauf auch Zeugnisse (unbedingt übersetzen lassen!) und Referenzen enthalten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Referenzgeber ausführlich Auskunft zu Ihren Fähigkeiten geben können. Ein Foto ist nicht obligatorisch. Punkten können Sie mit norwegischen Sprachkenntnissen. Erklären Sie in der Bewerbung, wie gut diese sind und wo Sie sie erworben haben. Haben Sie vor Ihre Bewerbung auf englisch zu erstellen, dann klären Sie vorher ab, ob das Unternehmen diese akzeptiert.

Arbeitsrecht

Die normale Arbeitszeit sollte neun Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Überstunden müssen mit einem Zuschlag von mindestens 40 Prozent vergütet werden. Dieser Zuschlag wird auch für Nachtarbeit gezahlt. Jeder Arbeitsnehmer hat Anspruch auf 25 Arbeitstage Urlaub pro Jahr, wobei auch der Samstag als Werktag zählt. Es muss Urlaubsgeld in Höhe von 10,2 Prozent des Jahresentgelts gezahlt werden, damit jeder sich einen Urlaub leisten kann. Erkrankungen müssen am ersten Tag gemeldet werden, jedoch kann man bis zu drei Tage vier Mal im Jahr der Arbeit fernbleiben, ohne zum Arzt zu müssen. Probleme im Arbeitsumfeld können und sollten mit Gewerkschaftsvertretern besprochen werden.

Gesundheitswesen und Sozialleistungen

Norwegen ist wie alle skandinavischen Staaten für sein dichtes soziales Netzwerk bekannt. 35 Prozent der Staatsausgaben entfallen auf Gesundheit und Soziales. Allen Lohn- und Gehaltsempfängern sowie Arbeitgebern wird ein gewisser Prozentsatz ihres Einkommens für die Sozialversicherung abgezogen. Selbstständige Gewerbetreibende zahlen einen höheren Beitrag. Arbeitslose und Studenten, die nicht einzahlen, erhalten gleichwohl Leistungen. Dieses Sozialversicherungssystem deckt auch das Gesundheitswesen ab.
Die Gesundheitsversorgung erfolgt grundsätzlich nach Bedarf, nicht nach Zahlungsfähigkeit des Patienten. Die Zuzahlung des Patienten ist nach oben begrenzt. Vom ersten Tag einer Krankheit an hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld, das bis zum 16. Arbeitstag voll vom Arbeitgeber, danach von der Sozialversicherung bezahlt wird, allerdings nicht in voller Höhe. Für die Differenz springt oftmals der Arbeitgeber ein.

Wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten auftreten, kann beim lokalen Sozialamt praktische Unterstützung beantragt werden, unabhängig davon, ob man in das Sozialversicherungsnetz eingebunden ist oder nicht.

Weiterführende Informationen

Offizielle Informationen der norwegischen Botschaft sowie ein ausführlicher Leitfaden "Leben und Arbeiten in Norwegen" zum Download: www.norwegen.no
Seite der norwegischen Einwanderungsbehörde mit ausführlichen Informationen auf englisch sowie Anträgen zum Download: www.udi.no
Hilfreiche Links der deutschen Botschaft: www.oslo.diplo.de
Links und Hinweise auf der Seite der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft: www.dnfev.de
Online Jobsuche: www.stepstone.no

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