Arbeiten in Neuseeland
- Land und Leute
- Einreise und Aufenhalt
- Jobsuche & Bewerbung
- Arbeitsbedingungen
- Krankenversicherung
Land und Leute
Die atemberaubende landschaftliche Schönheit Neuseelands zieht jährlich Tausende von Touristen an und viele reizt die Vorstellung, am anderen Ende der Welt zu arbeiten. Doch die Hürden dafür sind hoch, denn Neuseeland lässt nur eine bestimmte Zahl an Einwanderern ins Land. Chancen haben nur jene, die über eine sehr gute Ausbildung und handfeste berufliche Qualifikationen verfügen sowie das komplizierte Punktesystem für die Einreise erfüllen. Außerdem muss man die Englische Sprache ausreichend beherrschen, um im Arbeitsleben Fuß zu fassen.
Die meisten verbinden mit der Wirtschaft des Landes die Schaafzucht und den Gemüseanbau und tatsächlich ist der Agrarsektor ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig. Neben der Viehzucht und dem Gemüseanbau machen auch der Weinbau und die Waldwirtschaft Neuseeland zu einer der führenden Agrarnationen der Welt. Doch auch der Dienstleistungssektor und dort insbesondere die Tourismusbranche sind wachsende Wirtschaftsbereiche.
Die Lebensqualität in Neuseeland ist hoch, bei deutlich geringeren Lebenshaltungskosten als in Deutschland. Leben und Wohnraum ist vor allem in den ländlichen Gebieten preiswert. Allerdings begegnet man dort oft einer Einsamkeit, die man von Europa nicht kennt. Nachbarn und Einrichtungen wie Geschäfte, Praxen etc. können kilometerweit entfernt sein. Nicht zuletzt deshalb wird den Neuseeländern eine gewisse Gelassenheit und Ruhe nachgesagt, die viele Auswanderer suchen. Doch in den quirligen Wirtschaftszentren des Landes herrschen angelsächsisch geprägte und engagierte Arbeitsbedingungen.
Einreise und Aufenthalt
Egal mit welchem Ziel Sie nach Neuseeland reisen, an der Beantragung eines Visums kommen Sie nicht vorbei. Eine gute Planung Ihres Aufenthaltes zahlt sich aus, denn je nachdem, was Sie machen möchten, sind unterschiedliche Formalitäten zu erledigen. Vor allem bei der Beantragung Ihrer Aufenthaltsgenehmigung sollten Sie wissen, ob Sie ein Touristenvisum oder ein "Work Permit" beantragen müssen. Sollten Sie in Neuseeland eine Existenz gründen oder einen Betrieb übernehmen wollen, so benötigen Sie hierfür ein "Long Term Business Visa", das Ihnen vorerst eine Arbeitserlaubnis für neun Monate sichert, die später dann bis auf drei Jahre verlängert werden kann. Baut Ihre Firma eine Zweigstelle in Neuseeland auf, so brauchen Sie das Visum "Employees of Relocating Business", das Ihnen vorerst eine Arbeitserlaubnis für 24 Monate gewährt.
Falls dies nicht auf Sie zutrifft und Sie auch kein Investor sind, der mindestens NZ$ 1 Million in Neuseeland investieren will (Investor-Visum), dann müssen Sie das Standardformular "Application to work in New Zealand" ausfüllen (s. Links). Allerdings ist die Ausstellung eines Arbeitsvisums in Neuseeland an vielerlei Bedingungen geknüpft. So müssen Sie als Antragsteller ein Jobangebot von einem neuseeländischen Arbeitgeber vorweisen, der seinerseits alles ihm Mögliche versucht haben muss, um einen geeigneten neuseeländischen Mitarbeiter zu finden. Ob Sie eines der begehrten Arbeitsvisa für Neuseeland bekommen oder nicht, wird nach einem Punktesystem entschieden, bei dem berufliche Qualifikation und Erfahrung, Englischkenntnisse und auch der gesundheitliche Zustand des Antragsstellers eine Rolle spielt. Außerdem ist wichtig, welche Arbeitskräfte gerade im Land gesucht werden, das können mal medizinische Fachkräfte sein, mal Handwerker oder IT-Spezialisten.
Wenn Sie diese Hürde erfolgreich genommen haben und sich zu den glücklichen Inhabern eines Arbeitsvisums zählen können, dann dürfen Sie mit diesem Arbeitsvisum für längstens drei Jahre in Neuseeland wohnen und arbeiten. Wenn diese drei Jahre vorbei sind und das Heimweh Sie noch nicht gepackt hat, können Sie ein neues Visum beantragen - grundsätzlich gibt es keine Begrenzung, wie viele Anträge gestellt werden dürfen.
Jobsuche und Bewerbung
Wie gut die Chancen sind, einen Job zu finden, hängt vor allem von der beruflichen Qualifikation ab. Die Neuseeländische Regierung sammelt die Anträge und bewertet diese nach einem Punktesystem, das vor allem die aktuellen Belange der neuseeländischen Wirtschaft berücksichtigt. Daneben spielen auch familiäre Verbindungen nach Neuseeland, Sprachkenntnisse und anderes eine Rolle. Mitunter haben Handwerker und IT-Spezialisten gute Aussichten, aber auch Fachkräfte für die wachsende Dienstleistungsbranche. Nutzen Sie Ihre bereits vorhandenen Kontakte und klicken Sie sich durch die Online-Jobbörsen, damit Ihnen interessante Angebote und Möglichkeiten nicht durch die Lappen gehen.
Zur lückenlosen Planung Ihres Arbeitsaufenthaltes in Neuseeland gehört auch, dass Sie möglichst schon vor Ihrer Abreise die "
New Zealand Qualifications Authority" (NZQA) kontaktieren (http://www.nzqa.govt.nz/about/index.html). Diese Organisation bewertet Ihre akademischen und wirtschaftlichen Qualifikationen und nimmt eine Einstufung nach neuseeländischen Standards vor. Da viele Arbeitgeber hierauf Wert legen, ist es ratsam, sich rechtzeitig um diese Einstufung zu kümmern.
Zur Ausübung einiger Berufe ist außerdem eine Registrierung notwendig, ohne die Sie nicht eingestellt werden können. Dies ist zum Beispiel bei Ärzten und Anwälten der Fall. (s. links)
Ihre Bewerbungsunterlagen sollten neben dem Anschreiben einen kurzen, übersichtlichen Lebenslauf enthalten, der Ihre Qualifikationen zusammenfasst. Zeugnisse und Referenzschreiben müssen nicht sofort beigefügt werden; sie werden dann gegebenenfalls während des Auswahlprozesses angefordert.
Arbeitsbedingungen
Auch wenn sonniges Badewetter und tolle Strände in Neuseeland geradezu zum Faulenzen einladen, sind die Neuseeländer durchaus karriereorientiert. Hier besteht ein recht kompetetiver Arbeitsmarkt, auf dem man sich behaupten muss. Sehr gute Englischkenntnisse sind deshalb ein "must", um mit den einheimischen Mitbewerbern konkurrieren zu können.
In Neuseeland gibt es gesetzliche Bestimmungen darüber, wie viel ein Arbeitgeber seinen Angestellten mindestens zahlen muss. Jeder Arbeitnehmer hat, wenn er 12 Monate lang für denselben Arbeitgeber gearbeitet hat, das Recht auf 3 Wochen bezahlten Urlaub im Jahr.
Krankenversicherung
Im Hinblick auf das neuseeländische Gesundheitssystem wird gerne von einer "Zweiklassengesellschaft" gesprochen. Hiermit meint man auf der einen Seite die Leute mit privater Krankenversicherung, auf der anderen Seite die ohne. Die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenkasse macht sich in erster Linie durch die deutliche Verkürzung von Wartezeiten bezahlt. So kann es Kassenpatienten schon mal passieren, dass sie in weniger dringenden Fällen wochenlang auf einen Untersuchungstermin im öffentlichen Krankenhaus warten müssen, während sich Privatpatienten schon nach wenigen Tagen bei dem entsprechenden Privatlabor melden dürfen. Da die Beiträge für eine private Krankenversicherung durchaus erschwinglich sind, haben sich viele Neuseeländer für diese Möglichkeit entschieden. Als größter und beliebtester privater Krankenversicherungsträger ist hier
Southern Cross zu nennen. Wenn Sie einen Aufenthalt in Neuseeland planen, der 24 Monate überschreitet, müssen Sie ein medizinisches Zeugnis und Röntgenbild einreichen. Um bei den Krankenkassen dieselben Leistungen wie die Einwohner Neuseelands in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie mindestens zwei Jahre in Neuseeland bleiben. Bei kürzeren Aufenthalten sollte in jedem Fall eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden.
Weiterführende Informationen
Allgemeine Informationen einschließlich Infos zur Beantragung des Visums bei der neuseeländischen Botschaft:
Infos für Einwanderer und das Antragsformular für Arbeitsvisa finden Sie beim "New Zealand Immigration Service":
Informationen zu den Arbeitsbedingungen beim Department of Labour:
Hilfe bei Jobsuche und Versicherung vom Ministry of Social Development:
http://www.workandincome.govt.nz/
Online Jobsuche:
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StepStone, 2009