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Arbeiten in Deutschland

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Voraussetzungen zur Arbeitsaufnahme in Deutschland

  • Land und Leute       
  • Bürger der EU (Kernstaaten)      
  • Bürger der EU (Neue Mitglieder)
  • Nicht EU-Bürger      
  • Grenzgänger       

Land und Leute

Deutschland ist voller Gegensätze, Reize und Überraschungen: moderne Großstädte und pittoreske Dörfer, Industriedenkmäler und uralte Wälder, alte Schlösser und moderne Kunst, zahlreiche Biersorten und farbenfrohe Volksfeste, eine hohe Arbeitslosenquote und zugleich Fachkräftemangel, zum Beispiel in den Bereichen IT & Telekommunikation und Ingenieurswesen. Nahezu unabdingbar sind gute Deutschkenntnisse, auch wenn in vielen internationalen Unternehmen Englisch gesprochen wird.

Bürger der EU (Kernstaaten)

EU-Bürger und Einwohner von Island, Liechtenstein und Norwegen, Zypern, Malta und der Schweiz sind grundsätzlich freizügigkeitsberechtigt (Niederlassungsfreiheit innerhalb der EWR) und können, sofern sie dies wünschen, auch in Deutschland arbeiten. Sie brauchen weder Visum noch Arbeitsgenehmigung. Wie alle anderen Bürger unterliegen sie in Deutschland der allgemeinen Meldepflicht, das heißt, sie müssen sich beim Einwohnermeldeamt des Ortes, an dem sie eine Wohnung beziehen, innerhalb von sieben Tagen anmelden.

Bürger der EU (neue Mitgliedsstaaten)


Ausnahmen gelten nach wie vor für Staatsangehörige der osteuropäischen Länder, die am 1. Mai 2004 der EU beigetreten sind: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn. Staatsangehörige dieser Länder dürfen grundsätzlich nur dann eine Beschäftigung in Deutschland annehmen, wenn sie im Besitz einer Arbeitserlaubnis für die EU sind. Diese ist direkt bei der für den Ort der geplanten Arbeitsaufnahme zuständigen Agentur für Arbeit zu beantragen und wird für ein Jahr erteilt. Wer zwölf Monate lang mit dieser Arbeitserlaubnis erwerbstätig war, hat das Recht auf eine unbefristete Arbeitserlaubnis für die EU.

Nicht EU-Bürger

Es ist sehr schwierig, als Nicht EU-Bürger ohne Aufenthaltspapiere eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen. Das seit dem Anwerbestopp von 1973 geltende generelle Verbot lässt nur für bestimmte Branchen und mit zeitlicher Befristung Ausnahmen zu. Seit dem 1.1.2006 gilt das neue Zuwanderungsgesetz, nach dem die Arbeitserlaubnis für Nicht EU-Bürger nun von der Ausländerbehörde erteilt werden muss. Weitere Informationen finden Sie in der Linkliste am Ende des Artikels.

Grenzgänger

Deutschland hat mehr Grenzen mit anderen Staaten als jedes andere Land in der EU. Mit all diesen Nachbarn gibt es Doppelbesteuerungsabkommen, damit niemand, der in einem anderen Land lebt als er arbeitet, zweifach Steuern zahlen muss. Im Allgemeinen werden Steuern dort bezahlt, wo man arbeitet. In einigen Fällen jedoch, in denen Arbeits- und Wohnstätte beide sehr nah an der Grenze liegen, werden die Steuern im Land des Wohnsitzes abgeführt. Genauere Informationen erhält man beim zuständigen Finanzamt.

Deutschland - Arbeiten im Ausland


Anerkennung von Abschlüssen

Bei den meisten Bewerbungen zählt nicht die offizielle Anerkennung des Ausbildungsabschlusses, sondern das Verständnis des Arbeitgebers. Zeugnisse sollten daher am besten in deutscher Übersetzung eingereicht werden. Wollen Sie im Lehrbereich tätig werden, brauchen Sie eine Anerkennung Ihrer Qualifikation durch das Kultusministerium oder die (Hoch-)Schulbehörde. Ebenso ist im medizinischen Bereich das Ministerium für Gesundheit oder von ihr beauftragte Institutionen, wie z.B. Ärztekammern, zuständig.

Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis

Wenn für den Aufenthalt und die Erwerbstätigkeit in Deutschland Genehmigungen notwendig sind, sind dafür die Auslandsvertretungen (Visastellen der Botschaften und Konsulate) bzw. die deutschen Ausländerbehörden zuständig. Diese setzen sich zur weiteren Prüfung direkt mit der zuständigen Agentur für Arbeit in Verbindung, so dass der Antragssteller nur noch bei einer Behörde vorsprechen muss. Für bestimmte Berufsgruppen ist es einfacher, die nötige Aufenthalts- bzw. Niederlassungserlaubnis zu bekommen: beispielsweise können Hochqualifizierte sofort eine Niederlassungserlaubnis erhalten, um einen Daueraufenthalt zu ermöglichen. Ihre mit- oder nachziehenden Familienangehörigen sind ebenfalls zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt. Diese Regelung ermöglicht einen einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt für in Deutschland begehrte Fachkräfte aus dem Bereich IT & Telekommunikation, Ingenieure, Mediziner oder Forscher. Mit dem gleichen Ziel ermöglicht die Regierung ausländischen Studenten nach erfolgreichem Studienabschluss, bis zu einem Jahr zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland zu bleiben.

Wer als Selbständiger eine Investition von mindestens 1 Mio. Euro vorsieht und damit mindestens 10 Arbeitsplätze schafft, erhält ebenfalls eine Aufenthaltserlaubnis. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, erfolgt eine Einzelprüfung zum Bestehen eines übergeordneten wirtschaftlichen oder besonderen regionalen Interesses, zu den Auswirkungen auf die Wirtschaft sowie zur Sicherung der Finanzierung.
Ausnahmen gelten in engen Grenzen auch für einige bestimmte Berufsgruppen mit speziellen Qualifikationen; beispielsweise für Lehrkräfte zur Erteilung muttersprachlichen Unterrichts und Spezialitätenköche, Wissenschaftler, Führungskräfte, Seelsorger, Pflegepersonal, Künstler, Artisten, Fotomodelle, Berufssportler und -trainer. Weitere Ausnahmeregelungen existieren für Gastarbeitnehmer, Saisonkräfte und Erntehelfer sowie Schaustellergehilfen sofern deren Herkunftsland ein Gastarbeitnehmerabkommen mit der Bundesanstalt für Arbeit geschlossen haben. Der Arbeitgeber muss bei seinem zuständigen Arbeitsamt die Beschäftigung eines Nicht EU-Bürgers beantragen. Dort gibt es auch weitere Informationen und die Antragsformulare.

Jobsuche & Bewerbung

Ausführliche Informationen zu Bewerbungsstrategien in Deutschland können Sie unseren Bewerbungstipps entnehmen. Jobs finden Sie vor allem in Online-Jobbörsen, Zeitungen (in nationalen wie der FAZ eher Führungspositionen, in regionalen eher weniger qualifizierte Stellen) und über Zeitarbeitsfirmen.

Arbeitsrecht

Der Urlaubsanspruch ist in Deutschland gesetzlich verankert: mindestens 24 Arbeitstage im Jahr können vom Arbeitnehmer beansprucht werden. Viele Arbeitsverträge garantieren jedoch einen höheren Urlaubsanspruch. Das Gehalt wird in vollem Umfang weitergezahlt. Urlaub muss rechtzeitig beantragt werden, in vielen Unternehmen haben Angestellte mit schulpflichtigen Kindern Vorrang auf Urlaub während der Schulferien. Der Urlaub darf normalerweise nicht während der Probezeit genommen werden, die drei bis sechs Monate betragen kann.

Die höchstzulässige Arbeitszeit beträgt von Ausnahmen abgesehen acht Stunden je Werktag mit einem Minimum von 30 Minuten Pause nach sechs Arbeitsstunden. Faktisch arbeiten die meisten Angestellten 40 Stunden pro Woche, erlaubt sind aber bis zu 48. Bei Arbeitern kann die Arbeitszeit aufgrund der Arbeitsmarktsituation eingeschränkt sein, um Beschäftigung zu sichern. Überstunden können bezahlt oder durch mehr Freizeit ausgeglichen werden, dies ist aber nicht gesetzlich geregelt. Sollten Sie krank werden, erfolgt in den ersten sechs Wochen der Krankheit die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber zu 100 Prozent des Verdienstes. Danach erfolgt die Lohnfortzahlung in Höhe von 70 Prozent durch die Krankenkasse.

Nach Ablauf der Probezeit, in der mit einer Frist von zwei Wochen eine Kündigung erfolgen kann, greift bei einem Unternehmen, abhängig von Anzahl und Beschäftigungsumfang der Mitarbeiter (mehr als zehn Vollzeitbeschäftigte) der gesetzliche Kündigungsschutz. Danach hat eine Kündigung durch den Arbeitgeber bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag nur bei schweren persönlichen Verfehlungen und entsprechenden Abmahnungen sowie aus betriebsbedingten Gründen Aussicht auf Erfolg. Für den Arbeitnehmer gilt, sofern keine längeren Fristen vereinbart worden sind, eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende eines Kalendermonats. Je länger der Arbeitnehmer in dem Unternehmen beschäftigt ist, umso längere Fristen muss der Arbeitgeber einhalten (z.B. nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit zwei Monate, nach acht Jahren drei Monate usw.).

Gesundheitswesen und Sozialleistungen

In der Bundesrepublik sind Arbeitnehmer grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Dabei werden die Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung anteilig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht. Bei der Krankenkasse können Sie zwischen staatlichen und privaten Kassen wählen. Sie brauchen eine Steuerkarte, die Sie beim Finanzamt beantragen können und Ihrem Arbeitgeber einreichen müssen.
Wer seine Arbeit unverschuldet verliert, in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate bestätigt berufstätig war und EU-Bürger ist, bekommt maximal zwei Jahre lang 60 Prozent seines vorherigen Einkommens als Arbeitslosengeld ausbezahlt, sofern er sich rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit meldet.


Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen des Bundesinnenministeriums: www.zuwanderung.de

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