Jobsuche
(Jobtitel, Firmenname oder ID)
(Ort oder 5-stellige PLZ)

Arbeiten in der Schweiz

Schweiz - Arbeiten im Ausland

Voraussetzungen zur Arbeitsaufnahme in der Schweiz

  • Land und Leute       
  • Aufenthalts- & Arbeitserlaubnis       
  • Grenzgänger     

Land und Leute

In der Schweiz zu arbeiten, ist wegen der guten Bezahlung und der quasi Vollbeschäftigung eine attraktive Sache, denn die Schweiz ist ein moderner Industriestaat mit stabiler Wirtschaft. Feste Standbeine sind die Nahrungsmittelindustrie, das Banken- und Versicherungsgewerbe sowie der Tourismus. Aber auch für Präzisionsfertigungen ist die Schweiz bekannt - berühmtestes Beispiel sind die Schweizer Uhren, ebenso erfolgreich ist der Maschinen- und Anlagenbau. Die wirtschaftliche Landschaft ist geprägt durch eine Vielzahl kleiner und mittlerer Betriebe. Da die Schweiz in hohem Maße von Importen abhängig ist, eigene Produkte wiederum stark exportiert und auch die Finanzbranche international ausgerichtet ist, wird eine zunehmende Zahl von ausländischen Arbeitnehmern angezogen.

Es werden vorwiegend hoch qualifizierte Fachkräfte gesucht, die branchenspezifisch zum Einsatz kommen. So haben IT-Spezialisten, Finanzfachleute, Köche und andere gastronomische Berufe gute Aussichten auf dem Stellenmarkt. Darüber hinaus ist Personal für die medizinische Betreuung und Forschung gefragt.
Die meisten Schweizer sind mehrsprachig und auch ausländische Bewerber sollten möglichst mehrere Sprachen beherrschen. Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch sind die 4 offiziellen Amtssprachen. Informieren Sie sich vorab, in welcher Sprachregion Ihr Wunschunternehmen liegt.

Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis

In der Schweiz zu arbeiten gestaltet sich bedeutend schwieriger als in den anderen europäischen Ländern, da die Schweiz weder Mitglied in der EU noch im Europäischen Wirtschaftsraum ist. Durch die Einführung des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz einerseits und der EU sowie den EFTA Staaten (Island, Norwegen, Liechtenstein) andererseits, wurden die Bewilligungsverfahren jedoch vereinfacht. Auch haben insbesondere 'EU-Gastarbeiter' ganz gute Chancen - zumindest, wenn der Arbeitgeber glaubhaft versichert, dass er in der Schweiz keinen Arbeitnehmer mit vergleichbarer Qualifikation findet. Grundsätzlich muss Ihr Arbeitgeber für Sie ein Gesuch für eine Arbeitsbewilligung bei der zuständigen kantonalen Behörde einreichen. Die Arbeitsbewilligung muss vorliegen, bevor Sie Ihre Stelle in der Schweiz antreten. Sie berechtigt zum Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung, die in der Regel für fünf Jahre ausgestellt wird. Der Antritt der Arbeitsstelle ohne Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung kann die Ausweisung bedeuten sowie strafrechtliche Folgen haben.
Die Aufenthaltsbewilligung schließt das Recht zur Arbeitsaufnahme grundsätzlich ein, eine gesonderte Arbeitserlaubnis wie in der Bundesrepublik Deutschland ist nach schweizerischem Recht nicht vorgesehen.
Wollen Sie als Selbständiger in der Schweiz arbeiten, erhalten Sie für die sog. Einrichtungszeit eine befristete Aufenthaltsbewilligung von sechs Monaten. Nach Ablauf der Einrichtungszeit haben Sie Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung von fünf Jahren, sofern Sie nachweisen können, dass Sie einer selbständigen Tätigkeit nachgehen.

Bei der Entscheidung über eine Aufenthaltsbewilligung sind ausschließlich kantonale Gesichtspunkte entscheidend, hier insbesondere die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die vorgeschriebenen Kontingente zur Zulassung ausländischer Arbeitnehmer. Allgemein ist es als Ausländer eher schwierig, in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit zu erhalten. Allerdings kommen Bewerber aus der EU seit Ende 1991 in den Genuss einer Vorrangsregelung. Generell wird eine Bewilligung nur dann erteilt, wenn ein schweizerischer Mitbewerber die geforderten Voraussetzungen nicht in demselben Umfang erfüllt. Die Bedarfssituation unterscheidet sich jedoch stark hinsichtlich der betroffenen Berufsgruppen. Und so gibt es trotz der hohen Einstiegshürden doch relativ viele ausländische Arbeitnehmer in der Schweiz. Allein die Zahl der täglichen Grenzpendler aus den EU-Staaten liegt bei ca. 200.000.

Gastarbeiterabkommen

Für Deutsche zwischen 18 und 30 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung gibt es noch eine weitere Zugangsmöglichkeit zum schweizerischen Arbeitsmarkt, nämlich als sogenannter Gastarbeiter (die altertümliche Bezeichnung erklärt sich aus dem Jahr, in dem das Abkommen geschlossen wurde: 1955). Die Zulassung für die Beschäftigung wird in der Regel für 12 Monate gewährt, eine Verlängerung um weitere sechs Monate ist möglich. Die sonst üblichen Vergabekriterien der Aufenthaltsbewilligung spielen hierbei keine Rolle.
Bei den Arbeitsbedingungen gelten die gleichen Rechte wie für Schweizer. Antragsvordrucke gibt es bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

Grenzgänger

Wenn Ihre Arbeitsstelle in der Schweiz liegt, Sie dort aber nicht wohnen, dann benötigen Sie eine Grenzgängerbewilligung (= Arbeitsbewilligung). Auch diese muss von Ihrem Arbeitgeber bei der zuständigen kantonalen Behörde vor Stellenantritt beantragt werden. Wenn Sie einen Arbeitsvertrag von mindestens einjähriger Dauer haben, erhalten Sie diese für fünf Jahre.

Jobsuche & Bewerbung

In den ersten drei Monaten benötigen Sie zur Stellensuche keine Aufenthaltsbewilligung. Stelleninserate finden Sie sowohl in Online-Jobbörsen, bei StepStone als auch in den großen Tageszeitungen (z.B. Neue Züricher Zeitung, Journal de Geneve oder Tages-Anzeiger). Als Arbeitssuchender haben Sie außerdem Anspruch auf die gleiche Vermittlungshilfe, wie sie die Arbeitsämter der Schweiz ihren eigenen Staatsangehörigen bietet. Auch Spontanbewerbungen sind in der Schweiz weit verbreitet.

Ihre Bewerbung sollte, ähnlich wie in Deutschland, ein möglichst nur einseitiges Anschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf mit Foto sowie Zeugniskopien beinhalten. Weitere Unterlagen sind nur auf Anfrage einzureichen oder wenn Sie für die Stelle von besonderer Bedeutung sind. Seien Sie nicht zu ausschweifend und machen Sie kurz und kompetent klar, was Sie für die angestrebte Position auszeichnet. Passende Persönlichkeitsmerkmale können wichtiger sein als Schul- und Studienergebnisse. Stellen Sie deshalb Ihre Stärken präzise dar.

Referenzen werden gerne gesehen und es kommt auch häufig vor, dass man von Ihnen ein handschriftliches Dokument für ein graphologisches Gutachten einfordert. Ansonsten werden die auch in anderen Ländern üblichen weiteren Auswahlverfahren, strukturierte persönliche Interviews und Assessment Center, zur Bewerberauswahl angewendet.

Arbeitsrecht

Der Urlaubsanspruch ist in der Schweiz gesetzlich verankert: mindestens vier Wochen im Jahr können vom Arbeitnehmer beansprucht werden. Viele Gesamt- und Normalarbeitsverträge garantieren jedoch einen höheren Urlaubsanspruch. Zumindest zwei Freiwochen können zusammenhängend genommen werden. Das Gehalt wird in vollem Umfang weiter gezahlt. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in der Schweiz liegt bei 40 Stunden. Die Arbeit ist in der Regel an fünf Wochentagen zu erbringen. Pro Tag dürfen nicht mehr als zwei Überstunden gemacht werden. Überstunden sind durch Freizeit auszugleichen. Wenn dies nicht möglich ist, sind Überstunden mit einem Aufschlag von 25 Prozent auf den Normallohn zu vergüten.

Bei einer Erkrankung des Arbeitnehmers oder bei einem Unfall ist der Arbeitgeber zu einer Lohnfortzahlung verpflichtet, wenn das Arbeitsverhältnis seit mehr als drei Monaten besteht oder auf mehr als drei Monate befristet ist. Der Lohn ist in jedem Fall für drei Wochen weiter zu zahlen, danach für eine "angemessene längere Zeit". Diese Zeitspanne wird im Streitfall unter Berücksichtigung des Dienstalters gerichtlich festgelegt. Daher empfiehlt es sich, die gegebenenfalls zu leistenden Krankengeldzahlungen bereits im Arbeitsvertrag festzuschreiben.

Im schweizerischen Arbeitsrecht ist eine Probezeit von einem Monat vorgesehen, wobei eine Verlängerung auf bis zu drei Monate vertraglich vereinbart werden kann. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Parteien mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen gekündigt werden. Nach Ablauf der Probezeit ist die Frist für eine ordentliche Kündigung abhängig von der Zeit der Beschäftigung. Bei einer Beschäftigungsdauer von bis zu einem Jahr beträgt die Kündigungsfrist einen Monat bei Kündigung zum Monatsende, bei zwei bis neun Jahren steigt die Kündigungsfrist auf zwei Monate. Die Kündigung kann gleichermaßen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgesprochen werden. Einen Kündigungsschutz für Arbeitnehmer wie in Deutschland gibt es in dieser Form in der Schweiz nicht.

Gesundheitswesen und Sozialleistungen

Die Grundversicherung für Krankheit und Unfall ist für alle in der Schweiz lebenden Personen obligatorisch und muss innerhalb von 3 Monaten nach Einreise selber beantragt werden. Auch die Renten und Arbeitslosenversicherung ist in der Schweiz für jeden Arbeitnehmer verpflichtend. Deutsche Arbeitnehmer in der Schweiz können grundsätzlich jeder Krankenkasse beitreten. Sie müssen dies nicht, wenn Sie weiterhin in Deutschland gesetzlich oder privat versichert sind. Die Versicherungsmodalitäten unterscheiden sich in den Bereichen ärztliche Behandlung, stationäre Krankenhausaufenthalte und Tagegeldzahlung, denn die Versicherten müssen sich grundsätzlich an den Kosten beteiligen. Es kann sich also lohnen, eine Zusatzversicherung abzuschließen und da auch die Lohnfortzahlung in der Schweiz oft begrenzt ist, empfiehlt sich auch eine gesonderte Versicherung für die Tagesgeldzahlung. Wie man Mitglied einer Krankenkasse werden kann, erfährt man durch den Arbeitgeber oder direkt von den einzelnen Kassen.
Wenn sich manch einer darüber wundert, dass Kollegen in den Mittagspausen ihre Zähne putzen, so hat dies den einleuchtenden Grund, dass in der Schweiz jeder für die Generalüberholung seines Gebisses selbst aufkommen muss: Schweizer Kassen beteiligen sich lediglich bei der Sanierung von Kiefer und Zahnfleisch.

Lohnniveau und Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten liegen in der Schweiz, verglichen mit dem europäischen Länderdurchschnitt, sehr hoch, vor allem Wohnungen in Ballungsgebieten sind teuer, dafür aber auch fast immer voll ausgestattet, inklusive Geschirrspüler und Waschmaschine. Andererseits sind die Löhne auch höher als in der restlichen EU und die Steuern niedrig. Die Mehrwertsteuer liegt beispielsweise bei z.Zt. 7,6 Prozent, der ermäßigte Satz für Bücher, Lebensmittel usw. bei 2,4 Prozent. Lebensmittel sind dennoch bis auf wenige Ausnahmen häufig teurer. Dafür erhält man jedoch vor allem bei landwirtschaftlichen Produkten meistens weit bessere Qualität.
Insgesamt ist die Schweiz ein Land mit hoher Lebensqualität und einer überdurchschnittlich hohen Binnenkaufkraft.

Weiterführende Informationen
Bundesamt für Migration: www.bfm.admin.ch
Department für Auswärtige Angelegenheiten: www.eda.admin.ch
Viele Links auf der Seite der deutschen Botschaft in Bern: www.bern.diplo.de

Jobsuche in der Schweiz
Zur Jobsuche

© StepStone, 2009
Loading...
Diese Seite drucken

Seite drucken